Endlich ist die Jahreszeit gekommen, in der es uns wieder nach draußen zieht, um die ersten Vögel zwitschern zu hören, die ersten warmen Sonnenstrahlen zu genießen und die ersten Frühblüher zu betrachten – perfekt, um die Winterjacke ein- und die Wanderschuhe auszupacken! Doch welche Wanderungen sind im Frühling in Dresden und Umgebung am schönsten, wo blüht es am meisten und wann ist der richtige Zeitpunkt für die erste Frühlingswanderung des Jahres? Diese Fragen beantworten wir in diesem Beitrag und zeigen euch unsere fünf schönsten Frühlingswanderungen in und um Dresden!
Märzenbecher im Polenztal
Eine der schönsten Frühlingswanderungen führt uns in die Sächsische Schweiz, wo sich zwischen Hohnstein und Stolpen das tief in den Sandstein eingeschnittene Polenztal befindet. Das Kerbtal ist nicht nur für seinen Ruf als eines der romantischsten Täler der Sächsischen Schweiz bekannt, sondern auch für sein großes natürliches Vorkommen an Märzenbechern – mutmaßlich handelt es sich dabei sogar um eines der größten Wildvorkommen in ganz Deutschland! Zwischen Anfang März und Anfang April, sobald die Frühlingssonne erstmals bis zum Waldboden reicht, verwandelt sich das Tal in einen endlosen, weißen Blütenteppich voller glockenförmiger Märzenbecher. Damit wir dieses Naturschauspiel jedoch noch viele weitere Jahre bestaunen können, stehen die gesamten Märzenbecherwiesen unter strengem Schutz – Betreten und Pflücken sind verboten, Fotografieren ist aber natürlich erlaubt. 😉
Wenn ihr zur Blütezeit durch das Tal wandert oder spaziert, erwartet euch ein echtes Stück Naherholung: Begleitet vom Rauschen der Polenz und dem Zwitschern der Vögel könnt ihr den Anblick der Märzenbecher in vollsten Zügen genießen. Wer vom Wandern schließlich hungrig wird und kein eigenes Picknick dabei hat, kann die Tour wunderbar mit einer gemütlichen Einkehr verbinden. Beliebt ist dabei die historische Bockmühle direkt an der Polenz, in der euch gut bürgerliche und frisch zubereitete Gerichte aus der Region erwarten. Darüber hinaus bietet sich auch das Gasthaus Polenztal mit seiner deftigen Küche für eine Rast an.
Je nach Fitnesslevel gibt es verschiedene Wanderwege, die euch durch die Märzenbecher im Polenztal führen. Als beliebte Startpunkte für Wandertouren gelten die Bockmühle, die Burgstadt Hohnstein oder der Ort Heeselicht. Hier könnt ihr beispielsweise langspazieren:
- Klassische Märzenbecherrunde: Ein Rundweg vom Dorfplatz Heeselicht hinab zur Bockmühle und über Stolpen zurück (ca. 8-9 km).
- Große Märzenbecherrunde: Eine knapp sechsstündige Tour durch das gesamte Polenztal von Neustadt in Sachsen bis zur Polenzmündung in Porschdorf (ca. 22 km).

Buschwindröschen im Zschonergrund
Eine weitere schöne Frühlingswanderung verläuft im Dresdner Westen durch den Zschonergrund, ein hübsches Seitental der Elbe. Während in den höhergelegenen Ortschaften Merbitz und Pennrich oft noch der kalte Wind pfeift, ist es im tiefen Zschonergrund meist mild und ruhig. Ab Ende März bzw. Anfang April ziert das idyllische Landschaftsschutzgebiet rund um den Zschonerbach ein Meer aus Buschwindröschen und macht es so zum perfekten Ausflugsziel für eine Frühlingswanderung. Das Besondere an diesen Frühblühern sind dabei nicht nur ihre sternförmigen Blüten, sondern auch ihre Lichtempfindlichkeit: Bei Sonne neigen sie ihren Kopf Richtung Himmel, während sie bei Regen oder Dunkelheit ihre Blüten zum Schutz einknicken. Geschützt ist zudem die Pflanze an sich, sodass sie ebenfalls nicht gepflückt werden darf – dies dient darüber hinaus unserem Schutz, denn Buschwindröschen gelten als sehr giftig.
Die ruhige Wanderung entlang des Zschonerbaches und der Buschwindröschen, die euch bei einigen Touren auch an Streuobstwiesen vorbeiführt, lässt sich prima mit einem Abstecher zur Zschoner Mühle verbinden. Die liebevoll restaurierte Wassermühle beherbergt neben einem Museum und einem Puppentheater auch eine gemütliche Gaststätte mit regionalen und nachhaltigen Spezialitäten, die von März bis Oktober frisch zubereitet werden. Im Biergarten am Bachlauf könnt ihr hier hausgebackenes Brot, leckere Kuchen, süße und herzhafte Snacks und kühle Getränke genießen. Wer es noch uriger mag, findet am oberen Ende des Grundes im Ort Steinbach oder in den angrenzenden Ortsteilen weitere Einkehrmöglichkeiten.
Auch für Wandertouren durch den Zschonergrund stehen euch verschiedene Routen zur Verfügung, wobei viele vom Wanderparkplatz in Dresden-Kemnitz oder von der Endhaltestelle der Straßenbahn in Dresden-Leutewitz beginnen. Folgende Routen sind für die Blütezeit der Buschwindröschen besonders beliebt:
- Die Familien-Runde: Ein entspannter Spaziergang vom Wanderparkplatz Dresden-Kemnitz zur Zschoner Mühle und auf demselben Weg zurück (ca. 4-5 km).
- Große Runde durch den Grund: Eine längere Wanderung von der Endhaltestelle Dresden-Leutewitz durch den gesamten Zschonergrund bis nach Steinbach oder sogar weiter Richtung Kohlsdorf (ca. 8-10 km).

Obstblüte am Hohen Stein
Wer eine Frühlingswanderung sucht, für die man nicht erst weit fahren muss, sollte einen Abstecher nach Dresden-Plauen zum Hohen Stein machen! Gelegen am Rande des Plauenschen Grundes zieht es viele Dresdner*innen im April und Mai nicht nur wegen der tollen Aussicht, sondern auch wegen blühender Obstbäume hier her. Die Gegend rund um den Hohen Stein besteht aus weiten, alten Streuobstwiesen und privaten Gärten, in denen Apfel-, Kirsch- und Birnenbäume im Frühling herrlich blühen. Während ihr dann zwischen den blühenden Wiesen hindurchlauft, könnt ihr immer wieder einen Blick hinab in das tief eingeschnittene Tal der Weißeritz oder hinüber zum gegenüberliegenden Hang werfen.
Steigt ihr zur Frühlingswanderung den Plauenschen Grund hinauf, erwarten euch oben nicht nur die duftenden Streuobstwiesen, sondern auch der Aussichtsturm am Hohen Stein – von dessen Plattform bekommt ihr einen der schönsten Panoramablicke über Dresden und das Elbtal! Idyllisch ist es zudem an den weiteren Aussichtspunkten des Hohen Steins, insbesondere zum Sonnenuntergang. Einkehren könnt ihr schließlich in kleinen Lokalen im nahegelegenen Coschütz oder im Felsenkeller-Areal.
Folgende Routen bieten sich für eine Frühlingswanderung an:
- Kleine Panoramarunde: Vom Fichtepark geht es vorbei an großen Villen zum Hohen Stein und weiter entlang des Hanges nach Coschütz (ca. 4-5 km).
- Bienert-Runde: Von der Hofmühle Bienertmühle durch den Bienertgarten und hinüber zum Hohen Stein (ca. 3 km).

Wildblumen im Seifersdorfer Tal
Nordöstlich von Dresden liegt das Seifersdorfer Tal, welches als einer der frühesten und bedeutendsten romantischen Landschaftsgärten Deutschlands zählt. Hier erwartet euch eine wunderbare Kulisse aus dichtem Wald, freien Lichtungen, weißen Brücken zum Überqueren der Großen Röder sowie Statuen aus Sandstein, die alle aus dem späten 18. Jahrhundert stammen. Am schönsten ist es im Seifersdorfer Tal dann, wenn Ende März auch hier die Buschwindröschen aus dem Boden schießen. Zwischen dem weißen Blütenteppich der kleinen Frühblüher lassen sich aber auch hin und wieder die gelben Blüten des Scharbockskrauts und des Gelbsterns blicken, während an den Hängen mit etwas Glück der lilafarbene oder weiße Lerchensporn zu finden ist. Ergänzt wird das Blütenmeer durch allerlei Zierbauten, sogenannte Staffagebauten, in Form von Sandsteinsockeln, Engelsskulpturen und Denkmälern.
Bei einer Wanderung durchs Seifersdorfer Tal führen euch die meisten Wege an der mal breiteren, mal schmäleren Großen Röder vorbei, die mit ihrem Plätschern die Naturidylle perfekt macht. An den Wegen lassen sich zudem einige Bänke mit Tischen aus Sandstein finden, an denen ihr zwischendurch picknicken könnt. Eine Empfehlung zum Einkehren im Seifersdorfer Tal ist dagegen die historische Marienmühle mit angrenzendem Biergarten. Das ehemalige Mühlengebäude liegt direkt an der Großen Röder, wo euch regionale Gerichte, darunter auch viele in vegetarischer Variante, serviert werden. Hinter der Marienmühle führt euch dann ein Weg weiter über die weißen Bogenbrücken der Großen Röder.
Unweit des Seifersdorfer Tals befindet sich ein großer Parkplatz, von welchem aus die meisten Wandertouren starten. Alternativ kann aber auch von den umliegenden Dörfern wie Schönborn oder vom Parkplatz am Schloss Seifersdorf gestartet werden. Unsere Tourentipps:
- Der klassische Kulturweg: Eine gemütliche Runde vom Parkplatz Wachau hinab zur Marienmühle, weiter entlang der Denkmäler und Brücken und wieder zurück (ca. 4-5 km).
- Die große Rödertal-Runde: Eine ausgedehnte Wanderung von Grünberg flussabwärts durch das gesamte Seifersdorfer Tal bis nach Liegau-Augustusbad (ca. 8-10 km).

Wald-Frühblüher im Rabenauer Grund
Die letzte Frühlingswanderung, die wir euch vorstellen wollen, führt durch den Rabenauer Grund im Südwesten von Dresden. Das tief eingeschnittene, noch sehr naturbelassene Kerbtal wurde vor hunderten von Jahren von der Roten Weißeritz geformt und steht seit den 1960er Jahren unter Naturschutz. Während sich die Rote Weißeritz durch das Tal schlängelt, sorgt das milde Klima im Frühling dafür, dass sich an den bewaldeten Hängen und auf den grünen Lichtungen wunderschöne Wald-Frühblüher tummeln. Ab Ende März findet ihr hier den für das Gebiet typischen Hohlen Lerchensporn mit seinen lilafarbenen oder weißen, leicht duftenden Blüten. Das Besondere am Hohlen Lerchensporn ist dabei seine kurze Blütezeit, welche dann beginnt, wenn die ersten Sonnenstrahlen des Jahres den Erdboden erreichen und endet, wenn die Bäume ihr Blätterdach ausgebildet haben. Über 370 weitere Farn- und Blütenpflanzen sowie verschiedenste Moosarten haben Botaniker*innen zudem bisher im Rabenauer Grund entdeckt, welche ihr auf euerer Frühlingswanderung ebenfalls bestaunen könnt.
Romantisch wird es im Rabenauer Grund darüber hinaus durch die Weißeritztalbahn, die mehrmals täglich ihre grünen Personenwaggons durch das bewaldete Tal zieht – eure Wanderung könnt ihr somit auch mit einer Fahrt in Deutschlands dienstältester Schmalspurbahn kombinieren. Für eine gemütliche Einkehr zwischendurch oder am Ende eurer Tour bietet sich schließlich die Rabenauer Mühle mit ihrer Gastwirtschaft „Zum Wanderer“ an, die sich direkt an der Roten Weißeritz befindet. Hier werden klassische Wandergerichte und kühle Getränke serviert, die ihr in historischem Ambiente oder draußen im Biergarten zu euch nehmen könnt.
Wer den Rabenauer Grund im Frühling erkunden will, findet verschiedene Routen, die zur Auswahl stehen:
- Die klassische Tour: Von Freital-Hainsberg entlang der Weißeritz bis zur Rabenauer Mühle (ca. 5-6 km). Der Rückweg kann mit der Weißeritztalbahn angetreten werden.
- Der Sagenweg: Ein Rundweg, der zum Teil an der Weißeritz, zum Teil oberhalb des Tales verläuft und auch die Sagenmühle passiert (ca. 8-9 km).

Bald zeigen sich Dresden und Umgebung wieder von ihrer schönsten Seite. Wartet also nicht zu lang, schnappt euch eure Wanderschuhe und nutzt die erste Blütezeit für eine tolle Wanderung! Wo geht ihr im Frühling am liebsten wandern oder spazieren? Schreibt es uns gern in die Kommentare!
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