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Mythen, Vorurteile und Klischees über Dresden – Was ist dran?

Vorurteile und Klischees gibt es auf der ganzen Welt und über die ganze Welt. Wir Deutschen gelten dabei als „überpünktlich, effizient und humorlos“. Auch Sachsen und vor allem Dresden hat mit so einigen Mythen, Klischees und Vorurteilen zu kämpfen. Welche das sind und in wie fern sie stimmen wollen wir heute aufklären. 

Die Semperoper ist (k)eine Brauerei

Ein Mythos, der durch Deutschland kursiert ist, dass unser schönes Gebäude am Theaterplatz eine Brauerei sei. Das hören wir Dresdner ja gar nicht gern! Aber wie kommen alle auf diese Idee? Ganz einfach. Unsere Semperoper ist seit 1992 ständig in der deutschen TV-Werbung zu sehen. In der Werbung für das Bier: Radeberger Pilsner.
Auch sonst arbeiten die Exportbierbrauerei Radeberger und die Semperoper eng zusammen und stellen gemeinsame Projekte auf die Beine. Dabei vereint beide Häuser nicht nur das stolze Bekenntnis zur sächsischen Heimat, sondern vornehmlich der hohe Eigenanspruch an Qualität und Wertigkeit.
Da kann es schon einmal zu einer Verwechslung kommen.

Das Feuerwerk zum Semperopernball ist wirklich beeindruckend!
Brauerei oder weltbekannte Oper?

Ein bisschen was mit Bier hat die Semperoper dennoch zu tun. Denn als die Oper in den achtziger Jahren wieder aufgebaut wurde, bemalte ein Arbeiter die künstliche Holzvertäfelung im Eingangsbereich tatsächlich mit Bier, um einen naturnahen braunen Farbton zu erzielen.

Wer sich dennoch für regionale Brauereien interessiert, kann gern unseren speziellen Beitrag dazu lesen.

Haben die Ossis was in der Birne?

Meckerossi und Besserwessi. Stimmt das?
Studien belegen, dass in Sachsen die schlausten Schüler lernen. Wir belegen Platz 1 in Punkto Schulqualität und in naturwissenschaftlichen Fächern. In einem Gesamtranking zur Hochschuldichte in Deutschland belegen wie sogar Platz 7 – mit insgesamt 8 Hochschulen in Dresden (2018).
Circa 45.000 Studenten zählt Dresden, welche von nur geringen Kosten, bester Ausstattung und Betreuung, hoher Lebensqualität und guten Karrierechancen profitieren können.
Sogar Angela Merkel studierte in Sachsen und stellte an der Universität Leipzig 1978 ihre Diplomarbeit vor.

Außerdem stammen weltbekannte Erfindungen wie Kaffeefilter, Porzellan, der Büstenhalter, Teebeutel, Bierdeckel, Mundwasser und einige weitere geniale Ideen aus Dresden und Umgebung. Das muss was heißen, oder? 😉

Der Fürstenzug aus Porzellan.
Der Fürstenzug ist übrigens auch aus Porzellan.

Die Sachsen sind Streithähne

Und schon kommen wir wieder auf die Bezeichnung „Meckerossi“ zurück. Tatsächlich kann man sagen, dass wir Sachsen gerne streiten und alles genau ausdiskutieren wollen. Dabei kann es sich schon mal um Jahre handeln. Ein bedeutendes Beispiel: Der Bau der Waldschlösschenbrücke.
Die Dresdner erstickten im Berufsverkehr beim Versuch die Elbe zu überqueren. Jedoch war die aufkommende Lösungsidee, eine neue Brücke zu bauen, scheinbar nicht im Interesse aller Bürger. Zudem entschied die Unesco sich 2009 dazu, dem einzigartigem Dresdner Elbtal, den Titel des Welterbes zu entziehen. Auch die dort ansässige Fledermausart „Kleine Hufeisennase“ war mit dem Bau der Brücke nicht einverstanden, so berichten einige Dresdner.
Dabei hatte der sächsische Comedian Olaf Schubert doch die einfachste Lösung des Problems: „Jeder bleibt auf seiner Seite!“ Auch diese Idee wurde nicht umgesetzt.
Nach ewiger Diskussion wurde die Brücke nun doch gebaut und wird zahlreich genutzt.

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Blick auf die heutige Waldschlösschenbrücke.

Wart ihr damals für oder gegen die Brücke?

Die Sachsen sind maulfaul und wenn sie was sagen, versteht man sie nicht!

Dass wir Sachsen weniger reden stimmt nicht, und wenn, dann liegt es daran, dass wir die Ruhe hier genießen und uns auch ohne großer Worte mit einem kühlen Bierchen im Garten super verstehen.
Untereinander versteht man sich auch so, schwierig wird es nur, wenn „Nicht-Sachsen“ versuchen dem Gespräch zu folgen. Unser beliebtestes und am häufigsten benutztes Wort ist mit Abstand „Nu“, gern auch in Verbindung mit „Nu Klar“. Fälschlicherweise wird das meistens als vernuscheltes „Nein“ verstanden, bedeutet jedoch genau das Gegenteil – vollste Zustimmung. Allerdings ist nicht jeder in seinem täglichen Sprachgebrauch in Benutzung des herrlichen Dialektes. Wir können auch anders 😉

Diddschn, Diggschn, Kriebel, ningeln, Renftl, Nischl, friehmln, ausglamüsorn, Muzel, andaddschn, kuddln… alles verstanden? Was sind eure liebsten sächsischen Worte, bei denen „Nicht-Sachsen“ etwas Hilfe benötigen? Schreibt sie uns gern in die Kommentare.

Spießig, muffig, DDR-Theater

Kritiker schimpften jahrelang über die großen Bühnen Sachsens. Spießig, muffig und immer wieder das Gleiche.
Mittlerweile hat sich vor allem das Staatsschauspiel Dresden einen Namen in der deutschen und internationalen Theaterszene gemacht. Bekannte Künstler und Persönlichkeiten betreten die Bühne und sorgen für großen Ansturm von Jung und Alt im Schauspielhaus. Einer der bekanntesten Schauspieler der Dresdner Bühnen ist Christian Friedel, der auch durch seine Band Polarkreis 18 und seine berühmte Neuinszenierung von Shakespears Hamlet aufsehen erlangte. Zusammen mit Burghart Klaußner schafften sie es mit dem Kinofilm „Das Weiße Band“ auf den roten Teppich in Hollywood.

Das Staatsschauspielhaus vereint Jugendstil und neobarocke Elemente
Das beliebte Staatsschauspielhaus

Zusätzlich haben wir eine große Anzahl an Museen für alle Kulturliebhaber. Das Hygienemuseum, das Stadtmuseum, das Albertinum, Gemäldegalerie Alte Meister, Kupferstichkabinett Dresden, Grünes Gewölbe, Mathematisch-Physikalischer Salon, Festung Dresden, Porzellansammlung, Militärhistorisches Museum und und und… Wenn ihr euch dafür interessiert könnt ihr gern unseren Beitrag zu Museen in Dresden lesen.

Militärmuseum Dresden
Militärmuseum Dresden

Was haltet ihr von den ganzen Klischees und Vorurteilen über Dresden? Zusammenfassend kann man sagen, dass einige von ihnen schon stimmen und wir als bekannte „Streithähne“ nicht alles abstreiten können, auch wenn wir gerne würden. Am besten nehmen wir einige Dinge einfach mit Humor hin und lachen darüber. Nehmt nicht alles zu ernst 😉

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