Ein winterlicher Wind weht durch die Stadt. Das Näschen friert und wir packen uns warm ein. Ohnehin lässt der Winter eine gewisse Sehnsucht nach Wärme, Heimeligkeit und Geborgenheit entstehen. Man könnte fast sagen, wir wünschen uns etwas Romantik, das Besondere, das Magische – was das Herz erwärmt, nicht nur die Nase. Diese 10 Orte in Dresden versprühen ein wenig von dieser besonderen Winter-Magie!
1. Canaletto-Blick im Winter an der Augustusbrücke
Ein besonders beeindruckender Blick bietet sich in der Nähe der Augustusbrücke auf die Elbe. Die historische Brücke besticht nicht nur dadurch, dass sie noch vollständig da steht und in den letzten Jahrzehnten noch nicht zusammengefallen ist, sondern auch durch das Panorama, das sich von hier bietet: Der sogenannte Canaletto-Blick. Das war genau die Perspektive, die der Maler 1748 auf einem Gemälde festhielt. Damals war zwar kein Winter, denn Canaletto wollte auf seinem Bild nicht so viel weiß lassen, aber magisch ist die Aussicht auf jeden Fall. Dazu bietet sich ein Spaziergang an der Elbe an oder sogar eine längere Tour entlang der Elbwiesen. Vielleicht bei Sonnenuntergang, um die frühe winterliche Dämmerung genießen zu können?

2. Stille und Ruhe am Blauen Wunder und dem Körnerplatz
Wenn ihr ambitioniert genug lauft, dann könnte eure Winter-Tour von den Elbwiesen bis zum Blauen Wunder reichen. Eine weitere Brücke, die noch steht. Die Brücke verbindet Loschwitz und Blasewitz miteinander und auch wenn es in Brückennähe mit Parkplätzen meist nicht gut aussah, habe ich immer gerne den benachbarten Körnerplatz besucht. Hier schien die Zeit irgendwie etwas langsamer zu vergehen. Gemütlich auf einer Bank sitzend (gemütlich sitzen ist hier ein wichtiger Teil des Erlebnisses) habe ich die umliegenden idyllischen Fachwerkhäuser betrachtet und die entspannte Atmosphäre dieses Dorfkerns die sonstige Hektik vertreiben lassen. Hier einfach nur vor sich hinträumen, mit einem Glühwein (oder zwei) – wunderbar! Aber danach nicht mehr fahren, gibt ja ohnehin keine Parkplätze.
3. Winterliche Aussichten in der Sächsischen Schweiz
Konnte ich euer Interesse für winterliche Wandertouren bereits aufleben lassen? Wie wäre es da mit einem Ausflug in die Sächsische Schweiz? Die Felsformationen aus Sandstein und die umliegenden Wälder versprühen mit oder ohne Schnee pure Magie. Macht euch mit festen, warmen Schuhen etwa auf zur Bastei und genießt den traumhaften Blick auf das Elbtal.
4. Waldschlößchenbrücke – was machen Fledermäuse im Winter?
Eine Brücke habe ich übrigens noch: die Waldschlößchenbrücke. Beim Schreiben bemerke ich, wie meine Finger hier lieber ein ss statt eines ß tippen möchten. Das „ö“ wird doch nur kurz gesprochen, dann müsste doch ein ss folgen? Aber umfangreiche investigative Recherchen (also ich habe gegoogelt) ergaben, dass die Brücke tatsächlich mit ß geschrieben wird. Es ist eben mysteriös und rätselhaft. Genauso rätselhaft, wie die Frage, was man als Fledermaus eigentlich im Winter macht. Konkret, als kleine Hufeisennase, die sonst in der Nähe der Brücke herumflattern soll. Weitere Recherchen ergaben, dass die kleine Hufeisennase Winterschlaf hält. Die hat es gut. Allerdings entgeht ihr dabei der Blick auf die im Dunkeln magisch beleuchtete Brücke.
5. Rodeln in der Dresdner Heide
Die Dresdner Heide bietet bei leichtem Schneefall das volle Romantik-Programm: mit zarten Flocken bedeckte Bäume, zwischen Ästen hindurchscheinende schüchterne Sonnenstrahlen und einen magischen Ausblick auf die Stadt. Alles wirkt so, als käme gleich der Weihnachtsmann vorbei, um eine Reisepause in seinem Schlitten einzulegen und sich ein paar Schlucke des ihm in der Werbung zugeordneten braunen Limonadengetränks zu gönnen, das wir hier nicht so genau nennen. Sollten sich ein paar mehr Schneeflocken in die Dresdner Heide wagen, dann kann hier sogar gerodelt werden – zum Beispiel beim Hang am Friedensblick.
6. Der eindrucksvolle Dresdner Zwinger
Vielleicht versteckt sich der Weihnachtsmann auch unter einem der Bogengänge am Dresdner Zwinger. Die eindrucksvollen Bögen wirken besonders schön, wenn sie mit ein paar Schneeflocken weiße Akzente erhalten. Und dem weihnachtlichen Geschenkeboten bieten sie ein Versteck vor neugierigen Fragen von Fans und der Limonadenindustrie. Ein bisschen erinnert die Zwinger auch an den prunkvollen Barock. Wem es draußen zu kalt ist, der kann sich im Zwinger sicher einige Kunstwerke aus der Barockzeit anschauen.
7. Versteck für den Weihnachtsmann – das Schloss Übigau
Noch besser verstecken könnte sich der Weihnachtsmann aber beim Schloss Übigau. Das Barockschloss liegt abseits der typischen Touristenrouten und bietet etwas Sanierungsbedarf sowie einen romantischen Garten. Vom Ostragehege aus könnt ihr das Schloss bereits bewundern und die Atmosphäre dieser kleinen grünen Insel genießen. Falls ihr dabei auf einen Mann mit weißem Bart und roten Mantel trefft – bitte nicht ansprechen.

8. Klobig mit weihnachtlicher Magie: Der Bismarkturm
In Dresden Räcknitz ragt sie in die Höhe und wirkt dabei ganz schön klobig – die Bismarksäule. Das Dankmal für Otto von Bismarck sitzt irgendwie trotzig auf der Wiese hinter Zschertnitz und scheint jedes Wetter stumm auszuhalten. Was soll man auch groß erzählen, als Turm? Etwas Schnee verleiht dem Turm eine sanfte Note und erlaubt es auch, das leichte Gefälle ringsherum zum Rodeln zu nutzen.
9. Der Zauber beim Schloss Pillnitz
Filigran und künstlerisch wirkt hingegen das Schloss Pillnitz. Die Sommerresidenz der Könige und Fürsten spielt aber nicht nur im Sommer mit dem Garten davor, sondern greift auch im Winter ganz tief in die Trickkiste. Der Schlosspark ist weitläufig und lädt zu einem winterlichen Spaziergang ein. Wenn da keine romantischen Gefühle aufkommen!
10. Christmas Garden
Bis in den Januar hinein gibt es am Schloss Pillnitz noch mehr Magie als sonst zu sehen und zwar in der zauberhaften Welt des Christmas Garden. Das glitzernde Licht-Spektakel lässt das Schloss und seine Umgebung bunt erstrahlen. Wenn das Näschen hier zu kalt wird, ist ein Glühwein nicht weit und darüber hinaus ist für die gastronomische Verpflegung bestens gesorgt.
Von dem atemberaubenden Canaletto-Blick an der Augustusbrücke, wo die Elbe im Winterlicht funkelt, über die ruhige Idylle am Blauen Wunder und dem Körnerplatz, bis hin zu den felsigen Wundern der Sächsischen Schweiz an der Bastei – überall lauert diese besondere Winter-Magie, die das Herz ein bisschen schneller schlagen lässt. Die beleuchtete Waldschlößchenbrücke nachts, das Rodelvergnügen in der verschneiten Dresdner Heide, der prächtige Zwinger mit seinen schneebedeckten Bögen, das versteckte Schloss Übigau als perfektes Romantik-Versteck, der trotzig-klobige Bismarkturm und das filigrane Schloss Pillnitz: All diese Orte versprühen eine Sehnsucht nach Heimeligkeit, Geborgenheit und dem ganz Besonderen.
Als krönender Abschluss der Christmas Garden in Pillnitz, der gerade jetzt, bis zum 11. Januar 2026, in voller Pracht erstrahlt – mit glitzernden Lichtinstallationen, einer großen Eisbahn und reichlich Glühwein, der nicht nur die Nase, sondern die ganze Seele erwärmt. Ob bei einem entspannten Spaziergang entlang der Elbwiesen, einem träumerischen Sitzen auf einer Bank oder einem abendlichen Lichterzauber: Dresden im Winter ist einfach magisch. Packt euch warm ein, schnappt euch jemanden Liebes (oder auch nicht), und lasst euch von dieser Romantik verzaubern? Was ist euer magischer Lieblings-Ort?
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