Für windige Herbsttage: 7 Orte in Dresden, an denen ihr eure Drachen steigen lassen könnt

Der bevorstehende Herbst ist bekanntermaßen die beste Zeit, um endlich wieder den eigenen Drachen steigen lassen zu können! Was es dafür braucht, sind neben einem bunten Drachen vor allem freie Flächen mit ordentlich Wind und ohne große Bäume, Häuser oder Stromleitungen – in einer Stadt gar nicht so leicht zu finden. Wir haben uns deshalb auf die Suche begeben und stellen euch in diesem Beitrag sieben tolle Orte in und um Dresden vor, an denen ihr wunderbar eure Drachen zum Fliegen bringen könnt!

1. Die Elbwiesen

Der wohl bekannteste und erste Anlaufpunkt, wenn man in Dresden seinen Drachen steigen lassen möchte, sind die weiten Elbwiesen. Vor allem auf der linken Elbseite findet ihr kilometerweite freie Flächen mit nur wenig vereinzelten Bäumen am Rand, sodass ihr hier ohne Probleme euren Drachen in der Luft halten könnt. Auch der Wind spielt euch am Elbufer in die Karten: Dresden liegt bekanntlich in einem Talkessel, dessen Mitte die Elbe darstellt und in welchem die Winde aus der Umgebung zusammenfließen. Durch fehlende Hindernisse am Elbufer und an den Elbwiesen kann der Wind entlang der Elbe dann richtig Fahrt aufnehmen und liefert euch den perfekten Auftrieb für euren Drachen!

Indem sich die Elbwiesen ganze 30 Kilometer durch das Stadtgebiet ziehen, gibt es entsprechend unzählige Stellen, an denen ihr euren Drachen steigen lassen könnt. Sehr beliebt sind dabei die offenen Bereiche rund um die Flügelwegbrücke auf der rechten Elbseite bei Übigau, das Johannstädter oder Tolkewitzer Ufer sowie die Elbwiesen zwischen Waldschlößchenbrücke und Blauem Wunder mit Käthe-Kollwitz-Ufer. Wer sich für die Elbwiesen als Stelle zum Drachensteigen entscheidet, kann diese anschließend super mit einem Spaziergang entlang der Elbe, einer Fahrt mit der Standseilbahn am Körnerplatz oder einem Ausflug zum Spielplatz im Waldpark verbinden!

Das Käthe-Kollwitz-Ufer eignet sich perfekt zum Drachensteigen.

2. Der Südpark

Wer seinen Drachen nicht unten im Elbtal, sondern an einem höher gelegenen Ort steigen lassen möchte, kann im Südpark zwischen Räcknitz, Südhöhe, Kohlenstraße und Nöthnitzer Straße sein Glück versuchen. Der rund 36 Hektar große Park, der bei vielen Anwohnenden in Anlehnung an seine ehemalige Nutzung als Lehmabbaugebiet übrigens unter dem Namen „Lehmi“ bekannt ist, liegt in großen Teilen auf der Räcknitzhöhe. Dieser Hang sowie die vielen freien Wiesen, auf denen nur vereinzelte Bäume stehen, sorgen dafür, dass ihr hier oft sehr gute Windbedingungen zum Drachensteigen habt. Hinzu kommen ein grandioser Ausblick auf die Innenstadt und tolle Sonnenuntergänge, die ihr von hier aus beobachten könnt.

Wer im Anschluss noch nicht genug Weitblick hatte, kann vom Südpark aus einen Abstecher zur nahegelegenen Bismarcksäule machen – unterhalb dieses denkmalgeschützten Aussichtsturms findet ihr zudem weitere freie Grasflächen, an denen ihr das Drachensteigen nochmal probieren könnt. Alternativ gibt es im oberen Teil des Südparks aber auch einige Gummi-Hängematten, in denen ihr entspannen und den Ausblick genießen könnt.

Untergehende Sonne im Südpark an der Südhöhe
Die weiten Wiesen im Südpark.

3. Die Hellerberge mit Trümmerberg und Proschhübel

Im Dresdner Norden findet ihr mit dem Gebiet der Hellerberge, das unter anderem den Trümmerberg und den Proschhübel beinhaltet, eine weite Grasfläche mit wenig Bäumen und tollen Ausblicken. Die Hellerberge wurden früher militärisch genutzt und bestehen heute vor allem aus sandigen Dünenflächen, Heiden und Graslandschaft. Durch die erhöhte Lage und die fehlenden Bäume und Häuser kann der Wind hier ordentlich über die freien Flächen pfeifen, was das Drachensteigen recht zuverlässig möglich macht.

Besonders interessant zum Drachensteigen sind der Trümmerberg („Halde 1“) und der Proschhübel („Halde 2“). Auf dem fast 200 Meter hohen Trümmerberg bekommt ihr nicht nur eine freie Fläche geboten, an der sich nur am Rand einige Sträucher und Büsche befinden, sondern auch einen tollen Blick über Dresden, die Radebeuler Weinberge und den Windberg bei Freital. Der etwas weiter südlich liegende Proschhübel bietet ebenfalls eine offene Hochfläche mit dem bekannten „Hellerblick“ in Richtung Dresdner Innenstadt. Weil das Drachensteigen auf dem Proschhübel so gut funktioniert, findet beinahe jeden Herbst ein eigenes Drachenfest auf dem Hellerberg statt!

Der Hellerblick auf dem Proschhübel.

4. Die Wiese am Hohen Stein

Die nächste freie Fläche, auf der es gerne mal etwas windiger ist, befindet sich mit der Wiese an der Schulsternwarte im Alten Bienertpark am Hohen Stein in Dresden-Plauen. Der Bienertpark liegt oberhalb des Plauenschen Grundes über dem Weißeritztal und bietet euch an der Stelle der Schulsternwarte des Gymnasiums Dresden-Plauen einen offenen Wiesenbereich mit Blick in die Innenstadt. Indem sich auch diese Wiese leicht abschüssig an einem Hang befindet, fegt hier gern Mal ein kräftiger Herbstwind durch, der euren Drachen in die Lüfte steigen lassen kann. Gleichzeitig können Bäume und die Bebauung rund um den Alten Bienertpark für die ein oder andere Verwirbelung oder starke Windböe sorgen.

Auch unabhängig vom Drachensteigen ist das Gebiet rund um den Hohen Stein sehr sehenswert. Neben den vielen Aussichtspunkten auf den Plauenschen Grund und die Weißeritz lohnt sich auch eine Wanderung entlang des Bienertwegs oder ein Besuch des sagenumwobenen Eiswurmlagers am Felsenkeller. Auch ein Spaziergang entlang der Streuobstwiesen in der Nähe des Aussichtsturms Hoher Stein kann sehr idyllisch sein und den ein oder anderen Ausblick liefern.

Weite Wiese im Bienertpark mit Blick auf Schulsternwarte und Dresden
Die freie Wiese im Alten Bienertpark an der Schulsternwarte. | Foto: Ronny Ueckermann auf Wikimedia Commons

5. Der Trümmerberg am Alberthafen

Die Region rund bzw. auf dem Trümmerberg am Alberthafen im Stadtteil Friedrichstadt ist eine weitere gute Adresse, wenn ihr Drachensteigen gehen wollt. Der Trümmerberg an der Magdeburger Straße ist dabei ein weiterer von insgesamt drei Trümmerbergen, die es neben dem bereits genannten Trümmerberg am Heller und dem in Dresden-Leuben gibt. Ursprünglich wurden diese Berge angelegt, um nach Ende des Zweiten Weltkriegs Schutt und Trümmer außerhalb des Stadtzentrums zu entsorgen – daher auch der Name „Trümmerberg“. Heute sind sie grasbewachsene, freie Hügel, die gute Orte zum Picknicken, Spazierengehen, Sonnenuntergang beobachten oder auch Drachensteigen darstellen.

Der Trümmerberg am Alberthafen ist Teil des Ostrageheges, in dem sich unter anderem auch die bekannte Festwiese Rinne, die Messe Dresden, der Ostrabeach und der frei zugängliche Sportpark Ostra befinden. Während ihr diese Ausflugsziele vor oder nach dem Drachensteigen besuchen könnt, bekommt ihr an der höchsten Stelle des Trümmerbergs einen tollen Blick über Alberthafen, Flutrinne, Elbwiesen, ehemaliges Schlachthofgelände und Sportpark. Durch die kaum vorhandenen Bäume und den Wind, der hier regelmäßig durch die Freiflächen zieht, starten hier gut und gern auch Heißluftballons, die man beim Abheben beobachten kann.

Unterwegs mit dem Ballon
Blick vom Trümmerberg am Alberthafen.

6. Die Babisnauer Pappel

Wer richtig viel Wind zum Drachensteigen sucht, hat an der Babisnauer Pappel die vielleicht größte Chance, ordentliche Böen zu erwischen. Der beliebte Aussichtspunkt befindet sich südlich von Dresden zwischen Bannewitz und Babisnau und liegt auf dem sogenannten Zughübel. Dort findet ihr eine riesige Freifläche aus Ackerland, Feldern und Wiese, auf der die über 100 Jahre alte und knapp 18 Meter hohe Schwarzpappel steht. Rundherum habt ihr einen der schönsten 360°-Blicke der Gegend, den ihr auch vom neuen Aussichtsturm an der Pappel genießen könnt: Im Norden seht ihr bei gutem Wetter das gesamte Elbtal mit der Dresdner Stadtsilhouette bis hin zu den Lößnitzhöhen in Radebeul, im Osten kann man an guten Tagen bis in die Sächsische Schweiz schauen und im Süden lassen sich mit ein bisschen Glück die Anfänge des Osterzgebirges mit der Hermsdorfer Höhe erahnen.

Wie gut der Wind an der Babisnauer Pappel werden kann, zeigt auch der naheliegende Modellflugplatz der TU Dresden, der auf kräftigen Wind angewiesen ist. Hier soll es demnach immer recht starken Westwind geben, der auch für euren Drachen eine willkommene Möglichkeit zum Fliegen ist! Und noch ein kleiner Geheimtipp von uns: An der Babisnauer Pappel kann man super Sterne und Sternschnuppen beobachten – vielleicht lässt sich das sogar mit einem Ausflug zum Drachensteigen kombinieren? 😉

Weite grüne Wiese an der Babisnauer Pappel
Die freien Wiesen an der Babisnauer Pappel mit tollem Weitblick.

7. Die Drachenwiese im Großen Garten

Im Großen Garten befindet sich eine große freie Lichtung, die bei Dresdnerinnen und Dresdnern auch als „Drachenwiese“ bekannt ist – an windigen Tagen steigen dort dementsprechend viele bunte Drachen in die Luft. Die Wiese, die vor über 100 Jahren noch aus Feldern des Stadtteils Gruna bestand, befindet sich dabei im nordöstlichen Teil des Großen Gartens und gegenüber des beliebten Biergartens „Paul Rackwitz“. Besonders schön ist, dass ihr euch mitten in der Stadt befindet, aber weder Häuser noch Straßenverkehr oder viele Bäume im Weg sind. Was dagegen den Wind angeht, braucht es hier ein bisschen Glück: Trotz ihrer Weitläufigkeit kann der Wind an der Drachenwiese manchmal nicht ausreichen oder sich ziemlich schnell ändern. Mit kleinen Drachen ist dies meist kein Problem, kommen aber größere Modelle mit mehreren Leinen ins Spiel, solltet ihr vielleicht doch eher auf einen anderen Ort mit mehr Wind ausweichen.

Ein Besuch der Drachenwiese lässt sich perfekt zu einem ganzen Tagesausflug ausdehnen: Im und um den Großen Garten findet ihr mit der Dresdner Parkeisenbahn, dem Dresdner Zoo, dem Deutschen Hygiene-Museum oder dem Botanischen Garten zahlreiche Möglichkeiten für weitere Aktivitäten. Eine andere schöne Idee ist, nach dem Drachensteigen einmal quer durch den Park zu spazieren und anschließend im schönen Carolaschlösschen mit Blick auf den Carolasee einzukehren.

Grüne Drachenwiese im Großen Garten bei Sonnenschein
Die Drachenwiese im Großen Garten.

Neben den klassischen Elbwiesen gibt es in Dresden also noch einige weitere Adressen, an denen ihr super einen Herbsttag mit eurem Drachen verbringen könnt. Welcher Spot sich dabei am besten eignet, hängt letztlich jedoch auch vom Wetter, der Windrichtung und davon ab, ob ihr lieber mitten in der Stadt oder etwas außerhalb unterwegs sein möchtet. Wo lasst ihr am liebsten eure Drachen steigen? Schreibt es uns in die Kommentare!

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