„Wie weit ist es noch?“ Wer mit Kindern wandern geht, hört diese Frage meistens erstaunlich früh. Im Zweifel ungefähr drei Minuten nach dem Start. Die Lösung: Eine Wanderung, bei der unterwegs mehr wartet als nur Wald und schöne Aussicht. Felsspalten, Höhlen, Rätselstationen oder ein Spielplatz können da kleine Wunder bewirken. Wir zeigen dir acht familienfreundliche Wanderungen rund um Dresden, bei denen der Weg selbst zum Abenteuer wird.
Durch Felsspalten klettern im Felsenlabyrinth Langenhennersdorf
Das Felsenlabyrinth bei Langenhennersdorf ist weniger eine klassische Wanderung und mehr ein riesiger natürlicher Abenteuerspielplatz. Der Rundweg führt durch schmale Felsspalten, kleine Höhlen und verwinkelte Durchgänge. Zahlen an den Felsen zeigen dir, wo es weitergeht.
Gerade für kleinere Kinder ist die überschaubare Länge praktisch. Die eigentliche Runde ist nur knapp 1,8 Kilometer lang und dauert laut Tourenbeschreibung etwa eine halbe Stunde. Mit Kindern solltest du allerdings deutlich mehr Zeit einplanen. Schließlich muss die eine oder andere Felsspalte garantiert mehr als einmal durchquert werden.
Der Weg wird für Kinder ab etwa vier Jahren empfohlen. Einige Durchgänge sind allerdings ziemlich eng. Während die Kinder problemlos hindurchflitzen, müssen sich Erwachsene an manchen Stellen etwas geschmeidiger bewegen.
Kurz und knapp:
- Strecke: etwa 1,8 Kilometer
- Dauer: offiziell rund 30 Minuten, mit Kindern eher länger
- Schwierigkeit: leicht
- Geeignet: ab etwa vier Jahren
- Kinderwagen: nein
- Start: Parkplatz Labyrinth bei Langenhennersdorf
Alle Routendaten und eine Karte findest du bei der Tourismusregion Sächsische Schweiz.
Unser Tipp: Nimm eine Taschenlampe oder Stirnlampe mit. Wirklich brauchen wirst du sie vermutlich nicht – aber kleine Höhlenforscher nehmen ihre Aufgabe schließlich ernst.

Dem Hohnsteiner Kasper durch die Stadt folgen
Beim Hohnsteiner Kasperpfad musst du den Kindern nicht ständig erzählen, dass hinter der nächsten Kurve bestimmt etwas Spannendes kommt. Entlang des Weges warten acht Stationen rund um den berühmten Hohnsteiner Kasper.
Mit einer passenden Karte können die Motive an den Stationen durchgerubbelt werden. So entsteht unterwegs ein kleines Andenken an die Tour. Startpunkt ist der Marktplatz von Hohnstein. Von dort führt die Runde durch die Stadt und vorbei an verschiedenen Orten, die mit der Geschichte des Kaspers verbunden sind.
Der Rundweg ist etwa 2,6 Kilometer lang und laut offizieller Beschreibung größtenteils mit dem Kinderwagen befahrbar. Einzelne Stufen lassen sich allerdings nicht ganz vermeiden. Die Tour eignet sich deshalb besonders gut für Familien, die noch keine große Bergwanderung starten, aber trotzdem etwas entdecken möchten.
Und wenn danach noch Energie übrig ist, kannst du den Ausflug mit einem Besuch der Burg Hohnstein verbinden.
Kurz und knapp:
- Strecke: etwa 2,6 Kilometer
- Dauer: ungefähr 50 bis 60 Minuten
- Schwierigkeit: leicht
- Geeignet: ab etwa vier Jahren
- Kinderwagen: größtenteils ja, einzelne Stufen
- Start: Marktplatz Hohnstein
Die genaue Strecke findest du auf der Seite zum Hohnsteiner Kasperpfad.

Klettern, rutschen und den Wald entdecken in der Waldhusche
Schon der Name klingt ein bisschen so, als hätte ihn sich jemand für ein Kinderbuch ausgedacht. Die Waldhusche in Hinterhermsdorf ist ein großes Erlebnisgelände mitten im Wald. Vier miteinander verbundene Themenwege zeigen, wie der Wald genutzt wurde, wie er sich entwickelt und welche Tiere und Pflanzen dort leben.
Das klingt zunächst verdächtig nach Unterricht. Tatsächlich warten unterwegs aber zahlreiche Spiel- und Erlebnisstationen. Kinder können durch einen Borkenkäfergang krabbeln, einen unterirdischen Wurzelweg erkunden, über ein Spinnennetz klettern oder durch einen Fuchsbau rutschen. Dazu kommen ein Labyrinth, ein Waldspielplatz und weitere Stationen zum Ausprobieren.
Der Waldabenteuerweg ist rund 2,7 Kilometer lang. Du kannst die Tour durch die miteinander verbundenen Wege aber problemlos verkürzen oder erweitern. Einige Bereiche sind mit dem Kinderwagen erreichbar, das komplette Gelände jedoch nicht.
Kurz und knapp:
- Strecke: Waldabenteuerweg etwa 2,7 Kilometer
- Dauer: offiziell rund eine Stunde, mit Spielpausen deutlich länger
- Schwierigkeit: leicht
- Kinderwagen: nur auf Teilstrecken
- Start: Hinterhermsdorf
- Besonderheit: frei zugängliches Erlebnisgelände
Weitere Informationen und eine Übersicht über die Themenwege gibt es bei der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz.
Unser Tipp: Plane lieber einen halben Tag ein. Wer an jeder Station kurz klettert, rutscht und ausprobiert, ist mit der offiziellen Wanderzeit ziemlich schnell durch.

Mit Taschenlampe auf Höhlenforscher-Tour
Etwas mehr Wanderung und trotzdem genügend Abenteuer bekommst du auf der kleinen Höhlenforscher-Tour bei Gohrisch. Die Runde führt zu mehreren Höhlen am Kleinhennersdorfer Stein. Unterwegs warten Felsstufen, schmale Wege und kleine Kletterstellen.
Zu den bekanntesten Zielen gehört die Lichterhöhle. Der Name klingt zwar so, als wäre dort bereits für Beleuchtung gesorgt – eine eigene Taschenlampe gehört trotzdem unbedingt in den Rucksack. Zusammen mit der Hampelhöhle und weiteren Felshöhlen wird aus der Tour schnell eine kleine Expedition.
Die Strecke ist rund 4,5 Kilometer lang und überwindet etwa 200 Höhenmeter. Damit ist sie anspruchsvoller als das Felsenlabyrinth oder der Kasperpfad. Für Kinder, die bereits gern und sicher auf unebenen Waldwegen unterwegs sind, dürfte sie aber gerade deshalb spannend sein.
Kurz und knapp:
- Strecke: etwa 4,5 Kilometer
- Höhenunterschied: rund 200 Meter
- Schwierigkeit: mittelschwer
- Kinderwagen: nein
- Wichtig: Taschenlampe und feste Schuhe
- Start: Kleinhennersdorf
Die vollständige Tour findest du unter „Tour für kleine Höhlenforscherinnen“.

Mit Teufelino durch Himmel und Hölle
Rund um Schellerhau führt der Teufelino-Wanderweg über den sogenannten Himmel- und Höllenweg. Begleitet wird die Tour von der Figur Teufelino. An verschiedenen Stationen warten Aufgaben und kleine Entdeckungen.
Der Rundweg ist etwa 6,4 Kilometer lang und besitzt rund 140 Höhenmeter. Er wird zwar als leicht eingestuft, ist für kleinere Kinder aber schon eine richtige Wanderung. Die angegebene Dauer von einer Stunde und 40 Minuten solltest du deshalb eher als sportlichen Richtwert betrachten.
Durch die Aufgaben, Erlebnisstationen und eine Stempelkarte bleibt die Strecke abwechslungsreich. Damit eignet sie sich besonders für Kinder, die beim einfachen Spazierengehen schnell die Motivation verlieren, aber bei einer kleinen Mission plötzlich erstaunliche Ausdauer entwickeln.
Kurz und knapp:
- Strecke: etwa 6,4 Kilometer
- Dauer: offiziell rund 1 Stunde und 40 Minuten
- Höhenunterschied: etwa 140 Meter
- Schwierigkeit: leicht, aber nicht ganz kurz
- Kinderwagen: nicht für die gesamte Runde empfohlen
- Start: Schellerhau
Eine Karte und weitere Routendaten findest du bei der Tourist-Information Altenberg.

Am Wasser entlang auf dem Forellensteig
Wenn Klettern, Rätsel und Spielfiguren nicht ziehen, funktioniert vielleicht Wasser. Der Forellensteig bei Berggießhübel verläuft größtenteils entlang der Gottleuba. Dabei geht es über einen naturnahen Pfad, vorbei an kleinen Wasserfällen und auffälligen Strudellöchern im Fels.
Mit rund 6,5 Kilometern ist die Runde eine der längeren Touren in unserer Auswahl. Große Anstiege musst du allerdings nicht bewältigen: Auf der gesamten Strecke kommen lediglich etwa 50 Höhenmeter zusammen.
Der Weg ist teilweise schmal und unbefestigt. Ein Kinderwagen passt deshalb nicht zur Tour, feste Schuhe dafür umso mehr. Gerade nach Regen kann es am Wasser rutschig werden.
Wenn die Wanderung allein noch nicht für einen kompletten Ausflug reicht, kannst du sie mit dem Besucherbergwerk Marie Louise Stolln verbinden. Kinder dürfen dort ab fünf Jahren an einer Führung teilnehmen. Im Sommer bietet sich außerdem ein Abstecher ins Freibad von Berggießhübel an.
Kurz und knapp:
- Strecke: etwa 6,5 Kilometer
- Dauer: ungefähr 1 Stunde und 45 Minuten
- Höhenunterschied: rund 50 Meter
- Schwierigkeit: leicht
- Kinderwagen: nein
- Start: Berggießhübel
Die Route zum Forellensteig ist ebenfalls online abrufbar.

Unser Geheimtipp: Vom Spielplatz auf den Lederberg
Wenn Kinder schon beim Wort „Wandern“ anfangen zu verhandeln, hilft manchmal ein Spielplatz als Startpunkt. Genau den findest du in Schlottwitz in unmittelbarer Nähe zum Wanderparkplatz Lederberg.
Am Lederberg gibt es mehrere Wandervorschläge. Für Familien bietet sich besonders die kürzere Runde zur sogenannten „1000-jährigen Eibe“ an. Sie führt unter anderem über den Edelmannsteig und zur Hirschsteigkoppe. Unterwegs warten außerdem ein altes Steinkreuz, die Naturbühne und verschiedene Aussichten auf Schlottwitz und das Müglitztal.
Laut Heimatverein dauert die Runde etwa anderthalb Stunden und überwindet rund 100 Höhenmeter. Der Weg steigt stellenweise ordentlich an und führt über unebene Waldwege. Für einen Kinderwagen ist er deshalb nicht geeignet. Für Kinder, die gern über Wurzeln und Steine kraxeln, ist das vermutlich eher ein Pluspunkt.
Der Name „1000-jährige Eibe“ ist übrigens mit etwas Vorsicht zu genießen. Das genaue Alter des Baumes lässt sich nicht sicher bestimmen. Sehenswert ist er trotzdem – und der Eibenwald am Müglitzhang ist ohnehin eine kleine Besonderheit.
Kurz und knapp:
- Dauer: etwa 1,5 Stunden
- Höhenunterschied: rund 100 Meter
- Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer
- Kinderwagen: nein
- Start: Wanderparkplatz Lederberg in Schlottwitz
- Besonderheit: Spielplatz direkt in der Nähe
Den genauen Wegverlauf beschreibt der Heimatverein Glashütte-Schlottwitz. Eine längere digitalisierte Runde samt Tourenkarte findest du beim Tourismusverband Erzgebirge.

Der Klassiker: Über die Schwedenlöcher zur Bastei
Natürlich darf auch die Bastei nicht vollständig fehlen. Die große Runde ab Kurort Rathen führt durch den Amselgrund, über die Schwedenlöcher und hinauf zur Basteibrücke.
Die Strecke ist nur rund 4,7 Kilometer lang, besitzt aber etwa 200 Höhenmeter und zahlreiche Stufen. Mit kleinen Kindern solltest du die Runde deshalb nicht unterschätzen. Ein Kinderwagen scheidet vollständig aus.
Dafür bekommst du eine der abwechslungsreichsten Landschaften der Sächsischen Schweiz: schmale Schluchten, hohe Felsen und am Ende den bekannten Blick von der Bastei. An Wochenenden und während der Ferien kann es hier allerdings ziemlich voll werden. Wenn du kannst, starte früh am Morgen oder wähle einen Wochentag.
Die genaue Strecke findest du unter „Große Bastei-Runde“.

Was gehört beim Wandern mit Kindern in den Rucksack?
Aus einer kleinen Runde kann mit Kindern schnell ein halber Tagesausflug werden. Ein paar Dinge sollten deshalb immer dabei sein:
- ausreichend Wasser
- kleine Snacks und ein richtig gutes Notfall-Bestechungs-Gummibärchen
- Sonnen- und Regenschutz
- Wechselshirt oder Wechselkleidung
- kleines Erste-Hilfe-Set
- Taschenlampe für Höhlen und Felsspalten
- Offline-Karte oder heruntergeladene Route
- eine Tüte für den eigenen Müll
Bei Touren durch Felsspalten, Höhlen oder über unbefestigte Wege gehören außerdem feste Schuhe dazu. Prüfe vor dem Start das Wetter und den aktuellen Zustand der Strecke. Gerade nach starkem Regen können Steine, Wurzeln und Wege überraschend rutschig werden.

Unser Fazit zu Wanderungen mit Kindern rund um Dresden
Wandern mit Kindern funktioniert am besten, wenn man es nicht zu sehr als Wandern verkauft. Im Felsenlabyrinth wird geklettert, in der Waldhusche gerutscht und auf dem Lederberg wartet zum Abschluss ein Spielplatz. Die Kilometer passieren dabei fast nebenbei. Plane trotzdem genügend Pausen ein und orientiere dich bei der Streckenwahl nicht nur am Alter, sondern auch daran, wie sicher und ausdauernd dein Kind unterwegs ist. Welche Tour funktioniert bei deiner Familie besonders gut? Schreib uns deinen Geheimtipp in die Kommentare!