Ein paar coole Orte für heiße Sommertage haben wir euch gestern vorgestellt. Heute werden wir mal konkreter: Schattige Waldwanderungen. Wenn die Temperaturen im Sommer steigen, heizen sich die Asphaltflächen der Dresdner Innenstadt spürbar auf. Abkühlung bieten die großflächigen Waldgebiete im Stadtgebiet und der unmittelbaren Umgebung. Weil die dichten Baumkronen viel Schatten spenden und Bäche oder Flüsse die Luft abkühlen, ist es in schattigen Tälern und Wäldern oft viel kühler.
Die folgenden Routen zeichnen sich durch einen hohen Waldanteil und einen gänzlich oder weitgehend schattigen Wegverlauf aus.
1. Durch den Prießnitzgrund (Dresdner Heide)
Die Dresdner Heide im Nordosten der Stadt umfasst über 5.000 Hektar zusammenhängende Waldfläche. Als kühlster Abschnitt gilt der Prießnitzgrund, in dem sich die Prießnitz als naturnaher Bachlauf durch den Mischwald schlängelt. Es gibt unzählige Wandermöglichkeiten rund um die Prießnitz. Es lässt sich auch wunderbar ein Abstecher zum Wolfshügelturm einbauen.
Unsere Wanderstrecke:
Startpunkt: S-Bahnhof Dresden-Klotzsche
Endpunkt: Dresden-Bühlau (Ullersdorfer Platz, Anschluss an die Straßenbahnlinie 11)
Gehzeit: ca. 2,5 bis 3 Stunden
Vom Bahnhof Klotzsche führt der Weg über die Prießnitztalstraße bis hin zum ersten Zwischenziel: Der Prießnitzwasserfall. Dem Flusslauf folgend geht es flussaufwärts in Richtung Süden. Das nächste markante Zwischenziel ist die historische Schwedenbrücke. Weiter geht es am Guido Hammer Denkmal vorbei zur Radeberger Landstraße. Dort, auf halber Strecke, besteht die Möglichkeit, in der Heidemühle im schattigen Biergarten einzukehren. Ab der Heidemühle verlasst ihr den Bachlauf und wandert gemütlich an der alten Zwei vorbei Süd-Ostwärts direkt aus dem Wald heraus zum Ullersdorfer Platz in Bühlau.

2. Durch den Zschonergrund (Dresdner Westen)
Der Zschonergrund ist ein geschütztes, tief eingeschnittenes Bachtal im Westen Dresdens, das sich zwischen den Stadtteilen Kemnitz, Briesnitz und Podemus erstreckt. Durch den steilen Hangwald ist das Tal wirksam vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt.
Unsere Wanderstrecke:
Startpunkt: Pennrich, Podemuser Straße (Erreichbar mit der Straßenbahn 7 bis Endhaltestelle Pennrich, Bus 91)
Endpunkt: Bahnhof Dresden-Kemnitz (RB31) oder Haltestelle Zschonergrundstraße (Tram 1, 12, Bus 68)
Gehzeit: ca. 2 Stunden
Die Tour startet an der Podemuser Straße 22. Von dort aus lauft ihr gemütlich hinab in den waldigen schattigen Talgrund.
Nach etwa drei Kilometern erreicht ihr die historische Zschoner Mühle. Die wunderschöne Museumsmühle lädt zu einer ersten Rast bei Eis oder kühlen Getränken ein. Ab der Mühle folgt ihr dem Zschonergrundweg immer flussabwärts parallel zum plätschernden Bachlauf. Das dichte Blätterdach schluckt die Hitze komplett.
Kurz vor dem Ende des Tals stoßt ihr direkt auf das idyllische Zschonergrundbad. Packt also unbedingt die Badesachen ein! Nach der Wanderung gibt es kaum etwas Besseres, als den Tag mit einem ausgiebigen Sprung ins Wasser dieses Naturbades ausklingen zu lassen. Frisch abgekühlt lauft ihr danach nur noch die letzten Meter des Tals zu Ende und erreicht in wenigen Schritten den Bahnhof Kemnitz für die Heimfahrt.
Die Meixmühle Am Zschoner Bach lässt es sich hervorragend wandern.
3. Zum Haarweidenstausee (Dresdner Heide)
Tief versteckt im nordöstlichen Teil der Dresdner Heide liegt der Haarweidenstausee (Stausee Dresdner Heide) – ein idyllischer Teich. Da der See komplett von Wald umschlossen ist, wandert man hier auf herrlich schattigen Wegen abseits der bekannten Hauptrouten.
Unsere Wanderstrecke:
Startpunkt: Bahnhof Langebrück (erreichbar mit der S-Bahn S8 oder der Regionalbahn)
Endpunkt: Bahnhof Langebrück (Rundweg)
Gehzeit: ca. 3 Stunden
Vom Bahnhof Langebrück geht es direkt in den schattigen Wald der Dresdner Heide. Über den Ochsenkopf Weg wandert ihr tief hinein in das dichte Unterholz, bis zum Kuhschwanz, wo ihr nach rechts abbiegt und der Strecke bis zur Radeberger Landstraße folgt. Von da aus geht es weiter Richtung Süden, über den Sandbornweg. Die verkehrte Gabel bringt euch schließlich zum Haarweidenstausee. Am Wasser lässt sich wunderbar eine kühle Rast einlegen. Der Rückweg führt über schattige Forstwege gemütlich als Rundweg zurück nach Langebrück.

4. Der Friedrichsgrund (Pillnitz/ Dresdner Osten)
Der Friedrichsgrund im Osten Dresdens führt durch dichten Wald hinauf in Richtung Schönfelder Hochland. Das tief eingeschnittene Tal bietet durch seine schattige Hanglage und den begleitenden Friedrichsgrundbach perfekten Schutz vor der Sommersonne.
Unsere Wanderstrecke:
Startpunkt: Pillnitz (Leonardo-da-Vinci-Straße, erreichbar mit Bus 63)
Endpunkt: Meixmühle / Borsberg (oder als Hin- und Rückweg)
Gehzeit: ca. 1,5 Stunden als Hin- und Rückweg
Der Weg startet nahe dem Schloss Pillnitz und führt direkt hinein in den waldreichen Friedrichsgrund vorbei an der romantischen Ruine Pillnitz. Ziel der kurzen Wanderung ist die geschichtsträchtige Meixmühle, die mit ihrer gemütlichen Außengastronomie zu einer Rast einlädt. Um der prallen Sonne auf den offenen Feldern des Hochlands komplett zu entgehen, wandert man an heißen Tagen am besten im kühlen Schatten des Friedrichsgrundes wieder zurück nach Pillnitz.

5. Über die Hellerberge (Für mildere Sommertage)
Als kleiner Kontrast zu den tiefen Tälern lohnt sich auch ein Blick auf die Hellerberge im Dresdner Norden, dessen Wald wir schon mal vorgestellt haben. Da der Wald hier an vielen Stellen etwas lichter ist und die Route auch über offene Flächen führt, solltet ihr diese Tour eher wählen, wenn es nicht ganz so extrem heiß ist, eine Wolkendecke die Sonne dämpft oder für einen Spaziergang am späten Nachmittag.
Unsere Wanderstrecke:
Startpunkt: Haltestelle Moritzburger Weg (Straßenbahn 7 und 8).
Endpunkt: Haltestelle Heeresbäckerei (Straßenbahn 7 und 8).
Gehzeit: ca. 1,5 bis 2 Stunden
Ihr startet an der Straßenbahnhaltestelle Moritzburger Weg und taucht direkt in den Wald ein. Dem leicht geschwungenen Hauptweg folgend, wechselt die Kulisse schnell von schlanken Kiefern zu knorrigen Eichen. Nach etwa 20 bis 30 Minuten lohnt sich ein kleiner Abzweig nach links auf die schmaleren, noch ruhigeren Waldpfade. Wer mag, macht hier einen Schlenker zur Alten Schießbahn, einem verwunschenen, teils überwachsenen historischen Areal.
Im weiteren Verlauf geht es über kleine Lichtungen immer weiter südwärts. Kurz vor dem Waldausgang passiert ihr den Waldlehrpfad, der mit Infotafeln Wissenswertes über die heimische Natur bereithält. Die Tour endet schließlich an der Heeresbäckerei an der Königsbrücker Straße, von wo aus euch die Bahnen im dichten Takt zurück in die Stadt bringen.

Das lieben wir an Dresden – hier gibt es so viele tolle grüne Orte, in die man fliehen kann, wenn man mal etwas Ruhe oder kühlere Temperaturen sucht.
Wo gehst du gern im Sommer wandern?
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