Wanderndes Pärchen im Weißeritztal mit dampfender Weißeritztalbahn im HintergrundFoto: Sebastian Weingart (DML-0)

Ab ins Grüne: Die 5 schönsten Täler im Dresdner Umland

Ihr sehnt euch nach einer kurzen Auszeit vom Städtetrubel, wollt aber nicht erst bis in die Sächsische Schweiz fahren, um weit in die Ferne schauen zu können und die Vögel zwitschern zu hören? Dann ist ein Abstecher in Dresdens umliegende, wunderschön romantische Täler vielleicht genau das Richtige für euch! Nur wenige Kilometer außerhalb der Landeshauptstadt warten tiefe Wälder, wilde Bäche und verwunschene Wege, die euch die perfekte Möglichkeit bieten, dem Alltag mal kurz zu entfliehen. Diese könnt ihr wunderbar zu Fuß oder mit dem Rad erkunden und euch dabei tolle Picknickplätze suchen, die Füße ins Wasser halten, Tiere beobachten oder einfach nur Waldbaden. Unsere fünf liebsten Täler für absolute Idylle stellen wir euch in diesem Beitrag vor!

Lieblingstal

Rund 20 Kilometer östlich von Dresden befindet sich das Lieblingstal, das seinem Namen alle Ehre macht und sicher bald auch zu euren Lieblingsorten im Dresdner Umland gehört! Angrenzend an das beschauliche Dürröhrsdorf-Dittersbach findet ihr hier absolute Ruhe und Idylle – ausschließlich das Plätschern des Schullwitzbaches, mal leiser, mal lauter, begleitet euch auf den meisten Metern durch die Gegend. Seinen besonderen Namen verdankt das Lieblingstal, das eigentlich nur den unteren Abschnitt des gesamten Schullwitzbachtals darstellt, dem wohlhabenden Kunsthistoriker Johann Gottlob von Quandt. Ab den 1830er Jahren machte es sich dieser zur Aufgabe, die Landschaft ganz nach den Vorstellungen der Romantik gestalten zu lassen. Mit dem Errichten verschiedener Wege, Denkmäler und kleiner architektonischer Überraschungen sollten Besuchende des Tals direkt zum Nachdenken, Philosophieren und Gefühlsduseln angeregt werden – nicht umsonst spricht man bei solch einer Gartenform heutzutage von einer sogenannten „sentimentalen Anlage“ oder auch einem „empfindsamen Landschaftsgarten“. Neben Bach, Wald, Wiesen und Brücken trefft ihr hier deshalb auch auf kleine Sehenswürdigkeiten wie die rekonstruierte Hubertuskapelle, das König-Anton-Denkmal, das Turmschlösschen „Schöne Höhe“ oder die historische Teufelsbrücke am Talausgang. Ein super ausgeschilderter Wanderweg führt euch an den schönsten Ecken des Tals vorbei und bietet euch die Möglichkeit, verschieden lange Wanderungen oder Spaziergänge zu unternehmen. Die wohl beliebteste Runde durch das Lieblingstal legt einen Stopp an der Schönen Höhe und der Teufeskanzlei an der Wesenitz ein, wahlweise kann man hier sogar noch der Zwergenhöhle und dem sogenannten Kaiserstuhl einen Besuch abstatten.

Seifersdorfer Tal

Mit dem Seifersdorfer Tal befindet sich nordöstlich von Dresden ein weiterer historischer Landschaftsgarten. Zwischen Schönborn, Liegau-Augustusbad und Seifersdorf schlängelt sich hier die Große Röder durch die Landschaft, welche größtenteils Naturschutzgebiet ist und zugleich unter Denkmalschutz steht. Seine Idylle verdankt das Seifersdorfer Tal vor allem der Landschaftsarchitektin Christina von Brühl, die das Gebiet gemeinsam mit ihrem Mann Ende des 18. Jahrhunderts im Stil der englischen Gartenkunst gestalten ließ. Das Paar nutzte vorhandene Waldstücke, Wiesen, kleine Felsen und Bachufer und ergänzte diese mit allerlei Denkmälern, Staffagen und Gedächtnissteinen, sodass ihr hier einen der ältesten Landschaftsgärten Deutschlands finden könnt. An erhaltenen oder rekonstruierten Bauten aus der Epoche der Frühen Neuzeit könnt ihr heute unter anderem das Herder-Denkmal, ein Denkmal für die Komponistin Anna Amalia, den Amor oder die Hermannseiche entdecken. Viele der ursprünglichen kleinen Tempel und Pavillons sind dabei zwar verschwunden, gerade die Mischung aus Erhaltenem und Verfallenem macht das Seifersdorfer Tal jedoch so reizvoll. Besonders romantisch sind darüber hinaus die weißen Holzfachwerkbrücken, die nach historischem Vorbild konstruiert wurden und euch überall im Tal den Weg über die Große Röder ermöglichen. Wer die Gegend zu Fuß oder mit dem Rad erkunden möchte, kann das Tal mit der Umgebung von Seifersdorf und Liegau-Augustusbad verbinden oder ein Stück des Fernwanderwegs Lausitzer Schlange begehen, der ebenfalls durch die Landschaft führt. Für eine Pause bietet sich schließlich die historische Marienmühle an, die sich am Eingang des Tals befindet und sowohl Imbiss als auch Gaststätte mit Biergarten beherbergt.

Weißeritztal mit Rabenauer Grund

Südwestlich von Dresden liegt das Weißeritztal, das vor allem durch den Rabenauer Grund, einen der schönsten Abschnitte des Tals, bekannt ist. Die Rote Weißeritz hat sich hier zwischen Freital-Hainsberg, Rabenau und Spechtritz tief eingegraben und ein enges, gewundenes Kerbtal geschaffen, das aus steilen Hängen, Felsen und schattigen Wäldern besteht. Hinzu kommt eine einmalige botanische Vielfalt mit unzähligen Farn-, Moos- und Blütenpflanzen sowie verschiedenste Waldbewohner wie Fledermäuse, der seltene Fischotter oder Eisvogel, Bachforellen und Bergmolche. Kein Wunder also, dass der Rabenauer Grund seit den frühen 60er Jahren aufgrund seines Artenreichtums unter Naturschutz steht! Darüber hinaus ist das Weißeritztal aber vor allem für die traditionsreiche Weißeritztalbahn bekannt, die seit Ende des 19. Jahrhunderts von Freital-Hainsberg über Rabenau und Dippoldiswalde bis zum Kurort Kipsdorf durch die Landschaft schnauft. Mit ihren 750 mm Spurweite gilt sie als Deutschlands älteste Schmalspurbahn, die sich noch im öffentlichen Betrieb befindet. Möchte man durch das Weißeritztal wandern, kann man eine Fahrt mit der Weißeritztalbahn als Teil des Ausflugs nutzen, unterwegs aussteigen und den Rest des Weges zu Fuß bestreiten – ein Klassiker ist dabei die Runde durch den Rabenauer Grund und die Somsdorfer Klamm. Wer es ruhiger angehen möchte, kann aber auch einfach entlang der Roten Weißeritz entlangspazieren, einen Abstecher zur Rabenauer Mühle machen oder die komplette Strecke der Weißeritztalbahn mitfahren.

Hüttertal

Ein ganz kleines, aber dennoch super idyllisches Tal befindet sich nordöstlich von Dresden zwischen Radeberg und Wallroda und ist nur etwa drei Kilometer lang: das Hüttertal! Hier schlängelt sich die Große Röder durch die Landschaft und sorgt mit Flussufer, Wiesen, Wald und offenen Felshängen für viel Abwechslung auf kleinem Raum – genau das macht das Hüttertal zu einem beliebten Naherholungsgebiet der Region. Durch das Gebiet hindurch führt der gut ausgeschilderte Regionswanderwerg, der das Tal mit weiteren Wanderwegen im Radeberger Land verbindet. Gleichzeitig steht auch diese Landschaft seit den 1950er Jahren unter Schutz und ist zudem Teil des europäischen FFH-Schutzgebiets „Rödertal oberhalb Medingen“. Neben der Flora und Fauna aus Orchideen und Märzenbechern werden hier insbesondere auch die vielen Vogelarten geschützt, die im Hüttertal heimisch sind. Mit ein bisschen Glück findet man beispielsweise den farbenfrohen Eisvogel oder die Wasseramsel am Rand der Großen Röder. Weiterhin beeindruckt das kleine Tal durch ehemalige Steinbrüche, Felsklippen und die historische Hüttermühle, deren Geschichte als Walk-, Brettschneide- und Mahlmühle bis mindestens ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Am anderen Ende des Hüttertals liegt mit der Schlossmühle Radeberg zudem eine weitere historische Mühle, der ihr unbedingt mal einen Besuch abstatten solltet! Zu guter Letzt bietet sich bei einem Ausflug ins Hüttertal aber auch ein Abstecher zum Felixturm oder dem Schafberg an, sodass ihr eure Wanderungen oder Spaziergänge hier ganz individuell und abwechslungsreich gestalten könnt.

Triebischtal

Bei dem letzten Tal, das wir euch vorstellen wollen, handelt es sich eigentlich um eine ganze Kette von Tälern und Landschaften entlang der Triebisch, die aber unter dem Namen „Triebischtal“ bekannt ist. Das Triebischtal erstreckt sich demnach auf den ganzen 37 Kilometern Flusslänge links und rechts der Triebisch, die im Tharandter Wald entspringt und über Mohorn und Rothschönberg bis nach Meißen in die Elbe fließt. Ein besonders beliebter Teil ist auf dieser langen Strecke jedoch der mittlere Abschnitt zwischen Miltitz und Rothschönberg, bei dem ihre bewaldete Hänge, Wiesen, kleine Seitentäler, historische Mühlen und Dörfer findet. Dieser tollen Landschaft hat das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie einen sieben Kilometer langen geologisch-bergbauhistorischen Lehrpfad gewidmet, der auf Informationstafeln die Entstehung des Gebiets, die anstehenden Gesteine und die Geschichte des historischen Bergbaus erklärt. Darüber hinaus begegnen euch unterwegs das Alte Kalkwerk Miltitz, der Erzweg, das Röschenmundloch des Rothschönberger Stollns und das Stollntor – Letzteres gehört als Bestandteil der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří sogar zum UNESCO-Welterbe. Oberirdisch lohnt sich außerdem ein Abstecher zum Schloss Rothschönberg mit Schlosspark und Aussichtspavillon. Ein weiterer wunderschöner Teil des Triebischtals befindet sich schließlich etwas weiter flussabwärts bei Meißen: Hier findet ihr die Garsebacher Schweiz und den Götterfelsen, von dessen Plateau ihr einen weiten Blick über das Triebischtal habt. Insgesamt bietet euch das Triebischtal bzw. die Triebischtäler viele Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren, ausgeschildert vor allem durch den aktuellen Wanderweg „Durch die Triebischtäler“.

Egal, in welche Himmelsrichtung es euch verschlägt: Überall findet ihr wunderschöne Täler, die darauf warten, entdeckt zu werden. Nah genug für einen spontanten Nachmittagsausflug, aber trotzdem weit genug vom Dresdner Stadtalltag entfernt, sollte man diese Landschaften als Dresdner*in unbedingt im Hinterkopf behalten, falls man mal etwas Ruhe braucht. Was sind eure liebsten Täler in Dresden und Umgebung? Schreibt es uns gern in die Kommentare!

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