Dresden hat viele spannende und liebevoll gestaltete Museen. Neben den lehrreichen Dauerausstellungen bieten diese oft auch zeitlich begrenzte Sonderausstellungen an. Sonderausstellungen sind perfekt, um sich mit einem Thema genau auseinanderzusetzen und immer wieder neue Blickwinkel zu erforschen. Außerdem können wir als Dresdner somit viel mehr lernen, da es immer etwas Neues zu erkunden gibt. Aus diesem Grund haben wir für ein paar Ausstellungen rausgesucht, die seit diesem Sommer neu in Dresden sind. Aber schnell sein lohnt sich, denn nicht alle Ausstellungen bleiben lange in unserer schönen Stadt.
Universum Dresden
Die Ausstellung „Universum Dresden“ in den Technischen Sammlungen zeigt eine Auswahl der unfassbaren Filmsammlung von Ernst Hirsch. Ernst Hirsch wurde 1936 in Dresden geboren und hat über mehr als sieben Jahrzehnte eine einzigartige Sammlung an Dokumentarfilmen angesammelt. Dazu zählen vor allem historische Filme über die Stadt Dresden. Von Amateur- und Werbefilmen der 1920er und 30er Jahre über Nachrichten und Dokumentarfilme bis hin zu eigens von ihm gedrehten Filmen besitzt er alles, was das Filmherz begehrt. Als professioneller Kameramann sammelte Ernst Hirsch viele alte und neue Filmkameras, aber auch schon als Lehrling des Dresdner Kameraherstellers Zeiss Ikon zeigte sich seine Filmleidenschaft. Dank der Ausstellung können nun auch Besucher in die Dresdner Bildwelten des 20. und 21. Jahrhunderts eintauchen. Durch die Filme fühlt es sich an, als wäre man selbst mitten drin im Stadttrubel, während Dresden sich immer wieder wandelt und verändert. Aber Achtung: Die Ausstellung hat nur noch bis zum 1. November 2026 geöffnet, also schnell sein lohnt sich.
Ausstellungsort: Technische Sammlungen Dresden, Junghansstraße 1–3, 01277 Dresden; Eingang Schandauer Str.
Öffnungszeiten: Di. – Fr.: 9:00 – 17:00; Sa., So., Feiertage: 10:00 – 18:00
Eintritt: regulär 8€; ermäßigt 6€; kostenfrei für Kinder unter 7 Jahren; Freitag ab 12:00 Uhr freier Eintritt

Auf Ex!
Stellt euch vor, ihr seid eine erlauchte Person im Jahr 1603 und ihr erhaltet eine Einladung des Dresdner Hofes. Natürlich seid ihr begeistert, zieht euch die besten Kleider an, fahrt mit der Kutsche zu einem der Schlösser, betretet das Gebäude und erhaltet ein silbernes Trinkgefäß in Form eines Hirsches. Dieses Trinkgefäß ist das sogenannte „Willkomm“ (die Bedeutung ist vermutlich selbsterklärend). In der Renaissance und dem Barock war es die neuste Mode, diese Gefäße in skurrilen Formen zu fertigen, die auf den Ort anspielten, an dem man sie verwendete. So trank man im kursächsischen Weingut aus Winzerfiguren, in Jagdschlössern aus Hirschfiguren und so weiter. Die kreativen Anfertigungen aus Glas, Porzellan und Stein könnt ihr noch bis zum 3. Januar 2027 im Grünen Gewölbe im Dresdner Residenzschloss bewundern. Und auch der Titel der Ausstellung „Auf Ex“ hat einen Grund. Denn die Trinkkultur des sächsischen Hofes wird hier genauer unter die Lupe genommen. Und wer denkt, die Adligen damals waren guten Benehmens und kannten ihre Grenzen, liegt sehr falsch. Die Trinksitten der Zeit waren äußerst ausschweifend und „auf ex“-Trinken war keine Seltenheit. Die Konsequenzen des Trinkens haben sich dann in den Einschreibebüchern verewigt.
Ausstellungsort: Residenzschloss, Taschenberg 2, 01067 Dresden
Öffnungszeiten: täglich: 10:00—17:00; Fr: 10:00—19:00; Di: geschlossen
Eintritt: regulär 18€; ermäßigt 13,50€; Schülerinnen und Schüler (unter 20 Jahre) 2€; Kinder bis Schuleintritt frei

Warum wir reisen
Unter dem Namen „Reif für die Insel – Warum wir reisen“ zeigt das Verkehrsmuseum Dresden, dass das Reisen ein kulturelles, gesellschaftliches und persönliches Phänomen ist. Die Ausstellung fragt: Was treibt uns zum Reisen an? Ist es die Lust auf Abwechslung? Erholung? Eine Flucht aus dem Alltag? Welche Bilder haben wir vor der Reise im Kopf? Welche Sehnsüchte und Erwartungen? Und wie beeinflussen Trends unsere angeblich individuellen Reiseträume? Indem ihr das Reisen erkundet, könnt ihr reflektieren, wie beim Reisen neue Blickwinkel und Ideen entstehen. Wie hat eure letzte Reise euch verändert? Doch auch die Frage nach der Zukunft des Reisens kommt in der Ausstellung nicht zu kurz. Die spannende Ausstellung ist durch kreative interaktive Erlebnisse geprägt. Neben einer Selfiestation und einer Zeitreise in die Zukunft des Reisens könnt ihr auch euer Traumziel gestalten, Koffer-Tetris spielen oder herausfinden, welcher Reisetyp ihr seid. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. Mai 2027 geöffnet. Also, wohin geht eure nächste Reise?
Ausstellungsort: Verkehrsmuseum Dresden, im Johanneum am Neumarkt, Augustusstraße 1, 01067 Dresden
Öffnungszeiten: Di. – So.: 10:00 bis 18:00 Uhr
Eintritt: regulär 12€; ermäßigt 6€; Kinder unter 6 Jahren sind kostenfrei

Wie geht’s?
Wie viele Leute habt ihr heute schon gefragt, wie es ihnen geht? Vielleicht habt ihr eine gute Freundin gefragt, weil sie in letzter Zeit so ruhig ist. Vielleicht habt ihr die kleine Wortgruppe nur hinter das „Hallo“ im Büro drangehängt … aus Höflichkeit. „Wie geht’s?“ heißt auch die neue Ausstellung im Deutschen Hygiene-Museum Dresden. Sie befasst sich jedoch nicht mit Grußformeln, sondern mit mentaler Gesundheit und deren Ursachen und Auswirkungen auf das alltägliche Leben. Weltweit leben rund eine Milliarde Menschen mit einer psychischen Erkrankung, in Deutschland betrifft es etwa jede vierte erwachsene Person, und doch wird wenig darüber geredet. Mithilfe von wissenschaftlichen Erkenntnissen und persönlichen Perspektiven thematisiert die Ausstellung mentales Wohlbefinden, Diagnosen, Hilfen und Alltagsstrategien. Und sie stellt die Frage: Was ist eigentlich „krank“? Beim Rundgang beschäftigt ihr euch zuerst mit der gesellschaftlichen Situation von psychischen Erkrankungen in Deutschland und wie sich diese auf die innere Verfassung auswirken kann. Anschließend könnt ihr viel über die Diagnostik lernen. Der letzte Bereich der Ausstellung zeigt euch mögliche Strategien, um mit schwierigen Phasen umzugehen und eure mentale Gesundheit zu stärken. In der Ausstellung sowie auf der Website findet ihr Ansprechpartner, wenn ihr mit mentalen Problemen kämpft. Ihr könnt die Ausstellung noch bis zum 4. April 2027 besuchen.
Ausstellungsort: Deutsches Hygiene-Museum, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden
Öffnungszeiten: Di. – So.: 10:00 – 17:00 Uhr; geschlossen am 1. Jan., 24. Dez., 25. Dez.
Eintritt: regulär 12€; ermäßigt 6€; Kinder unter 17 Jahren sind kostenfrei

Italien in Farbe
Bei Italien denken die meisten an Sommer, Strand, Eis, Pizza, Pasta und Erholung. Denn Italien gilt seit Jahrhunderten als Inspirations-, Kraft- und Sehnsuchtsort für alle möglichen Personen. Doch im späten 19. Jahrhundert fassten einige KünstlerInnen den Entschluss, Italien nicht mehr lediglich idyllisch und heroisch darzustellen, sondern das Land zu zeigen „wie es wirklich war“. Und genau die Bilder könnt ihr seit dem 1. September 2026 im Albertinum in Dresden besichtigen. Zwar war zu diesem Zeitpunkt schon die Kamera erfunden und manch einer würde sagen, da sieht man doch das „wahre“ Italien, aber die Bilder hatten einen Vorteil: Sie zeigten das „wahre“ Italien in Farbe, etwas, was Kameras noch nicht konnten. Von ruhigen Szenen an der Amalfiküste über feurige Sommerabende in Venedig bis hin zu hektischen Marktszenen in Verona ist hier für jeden Geschmack etwas dabei. Noch bis zum 6. Juni 2027 könnt ihr im Albertinum Italien in Farbe sehen.
Ausstellungsort: Albertinum, Tzschirnerplatz 2, 01067 Dresden
Öffnungszeiten: Di. – So.: 11:00 – 17:00 Uhr
Eintritt: regulär 14€; ermäßigt 10,50€; Schülerinnen und Schüler (unter 20 Jahre) 2€; Kinder bis Schuleintritt frei
„Orangenzweig“ von Sophie Prell © Albertinum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Estel / Klut Das Albertinum gibt einem viele Gründe, die einen Besuch wert sind.
Der Mythos der Wunderwaffen
Rechte und rechtsextreme Parteien und Organisationen werden in Deutschland immer mächtiger. Einige von ihnen berufen sich auf vermeintliche Überlegenheit und innovative Technik bekannter „NS-Wunderwaffen“. Dass dies jedoch nur ein Mythos und eine Folge von NS-Propaganda ist, zeigt die Ausstellung „Wunderwaffen – Propaganda und Kriegstechnik im Nationalsozialismus“ im Militärhistorischen Museum Dresden. Die inszenierte Waffenpropaganda sollte die Deutschen in den 1930er und 40er Jahren für den Krieg begeistern und zusätzlich Feinbilder konstruieren, während viele Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge bei der rücksichtslosen Produktion starben. Die Ausstellung will anhand des Beispiels des Nationalsozialismus eine kritische Sichtweise auf Waffensysteme und ihren Diskurs in moderner Kriegspropaganda fördern. Dabei befasst sie sich nicht nur mit der Kriegstechnik als Mythos, sondern auch mit der medialen Inszenierung von Waffensystemen. Ihr könnt die Ausstellung noch bis zum 9. März 2027 besuchen.
Ausstellungsort: Militärhistorisches Museum Dresden, Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden
Öffnungszeiten: Di, Do – So: 10:00 – 18:00; Mo: 10:00 – 21:00; Feiertage können abweichen
Eintritt: regulär 5€; ermäßigt 3€; Kinder unter 18 Jahren, FÖJ/FSJ-Leistende und viele weitere

Wie ihr seht, haben Dresdens Museen viel Neues zu bieten. Und gerade für einen grauen, verregneten Herbsttag eignet sich der Besuch einer spannenden Ausstellung perfekt. Sei es zum Thema mentale Gesundheit, Geschichte, Kunst oder Reisen, es ist sicher für jeden etwas dabei. Alle Museen sind auch super einfach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und die meisten bieten eine Familieneintrittskarte an. So ein Museumsbesuch ist also etwas für Groß und Klein. Welche Ausstellung besucht ihr zuerst?
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