Das Lügenmuseum in Radebeul – ein Ausflugsziel zwischen Kunst und Fantasie

Noch keine Idee für den nächsten Wochenendsausflug? Dann aufgepasst! Dieses Museum bringt Besucher:innen nicht nur zum Staunen – sondern auch zum Nachdenken.
Die Rede ist vom Lügenmuseum in Radebeul. Wie bitte? Ein Museum voller Lügen? Bei näherer Berschäftigung zeigt sich schnell: Ganz so einfach ist es nicht. Vielmehr ist es ein Ort der Wandlungen, ein Raum in dem Leben und Kunst miteinander verschmelzen. Im wunderschönen Radebeul gelegen, erzählt das Lügenmuseum Geschichten, die sich festen Kategorien entziehen. Zwischen Kunst und Alltag, Hoch- und Popkultur, Fiktion und historischer Wirklichkeit sind Jung und Alt, Groß und Klein eingeladen, diesen besonderen Ort zu entdecken.

Adresse:
Kötzschenbrodaer Straße 39, 01445 Radebeul

Öffnungszeiten:
Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 13:00 bis 17:00 Uhr

Kontakt:
luegenmuseum@gmail.com 

Kinder entdecken das Lügenmuseum und sehen eine Vorstellung der kleinen Sonderschau „Der Wegwerfgesellschaft auf der Spur“ mit Kunstobjekten aus Recyclingmaterialien. Foto: André Wirsig

Was ist das Lüseum?

In der Wunderkammer des Lüseums erwarten Besucher:innen insgesamt sechzehn thematisch gestaltete Räume. Durch Licht, Klang, kinetische Objekte und interessante Installationen ensteht ein einzigartiges Erlebnis, was noch lange in Erinnerung bleibt. Wer eine klassische, streng kuratierte Ausstellung wie in einem tradiotionellen Museum erwartet, für den heißt es: Fehlanzeige.
Das Lüseum entzieht sich bewusst klaren Zuordnungen. Stattdesse stehen vielfältige kulturelle Formate und ungewöhnliche Perspektiven im Vordergrund. Die fantastische Reise durch das Museum beginnt im Atelier des Dissidenten, weiter geht es ins Kabinett der Träume, durch die Kathedrale des Sozialismus, bis hin zur Flaschendisco und den Tanzsaal.

„Es ist ein Labor für künstlerische Forschung, ein Ort der Freiheit – inspiriert von Dada, Fluxus, Assemblage und der Idee des erweiterten Kunstbegriffs.

Lügenmuseum Radebeul

Doch was hat es eigentlich mit den „Lügen“ auf sich?
Das fragen sich vermutlich viele Besucher:innen. Die Antwort ist überraschend simpel: Denn wer die „Lügen“ in den Räumen entdeckt, findet mit ihnen zugleich Erkenntnis. Die „Lügen“ erzählen von der Illusion des Lebens, von Erinnerung, Widerstand und vom Geist der Friedlichen Revolution.

Wer steckt hinter dem ausgefallenem Konzept?

Hinter dem Lüseum steht der kreative Kopf Reinhard Zabka. Er gründete das Museum am 1. April 1990 in einer Bauernkate in der Ostprignitz. Seit 2012 bis heute befindet sich das Museum im alten Gasthof Serkowitz in Radebeul. In den vergangenen 35 Jahren sind hier außergewöhnliche Objekte von über tausend Künstler:innen aus der ganzen Welt zusammengekommen.

Reinhard Zabka bei einer Führung im Lüseum. Foto: André Wirsig

Mehr als nur ein Kunstmuseum

Das kleine, unabhängige Museum ist weit mehr als ein klassicher Ausstellungsort. Statt neutraler Präsentationen erwartet Besucher:inen eine Umgebung, die dazu einlädt, sich kritisch mit der Gesellschaft, ihrer Entwicklung, Erinnerung und Transformation auseinanderzusetzen. Kunst bleibt hier bewusst offen – sie fordert zur Interpretation, zum Mitgestalten und zur Teilhabe auf.

Es versteht sich als Plattform für Empowerment, soziale Resilienz und demokratische Kulturformen – ein Beispiel gelebter Kulturarbeit jenseits institutioneller Hierarchien.

Lügenmuseum Radebeul

So kann ein Besuch im Lügenmuseum zu einem lehrreichen Abenteuer werden: experimentell, niederschwellig und mit allen Sinnen erfahrbar. Ein Ort, der die eigene Wahrnehmung herausfordert und sie vielleicht mehr als einmal auf den Prüfstand stellt.

Na, neugierig geworden? Ist die Lust geweckt, die Gegenwart neu zu begreifen und die Zukunft bewusst mitzugestalten? Dann wird es höchste Zeit für einen Besuch im Lüseum.
Lasst euch auf die fantasiebeflügelte Reise ein – in eine Wunderkammer voller Kultur, Magie und Vielfalt.
Habt ihr das Lügenmuseum schon einmal besucht? Dann schreibt doch gerne einen Kommentar und verratet uns, welcher Raum euch am besten gefallen hat.

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