Die modulare Bauweise setzt sich immer weiter durch. Vor allem in Dresden und anderen Großstädten, wo der Bedarf an Wohnraum hoch ist, lassen sich mit der modularen Bauweise große Wohnbauprojekte in kurzer Zeit realisieren. Dieser Artikel zeigt, worum es sich beim modularen Bauen genau handelt, und welche Vorteile es für Bauherren und Stadtbewohner hat.

Was ist modulares Bauen?
Als modulares Bauen bezeichnet man eine spezielle Bauweise, bei der sämtliche Gebäudeteile als Module in einer Fabrik vorgefertigt werden. Soll ein neuer Wohnkomplex in Modulbauweise entstehen, kann auf diese Weise also schon das Fundament vor Ort angelegt werden und gleichzeitig werden die einzelnen Gebäudemodule in der Fabrik hergestellt.
In der Fabrik entstehen Module für Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad und sämtlichen anderen Räumen. Der Trockenausbau wird ebenfalls in der Fabrik vorgenommen, z.B. schon vorbereitet, an welche Stellen Steckdosen sowie Wasserzu- und -abläufe installiert werden sollen.
Nachdem die Gebäudeteile in der Fabrik hergestellt wurden, werden sie zur Baustelle transportiert, wo das Gebäudefundament schon fertiggestellt ist. Im nächsten Schritt müssen die Bauarbeiter die Gebäudeteile „nur“ noch zusammensetzen – ähnlich dem Baukastenprinzip. Sie verbinden die einzelnen Module miteinander und nehmen anschließend den Innenausbau der Wohnungen vor.
Das modulare Bauen steht also im drastischen Gegensatz zur herkömmlichen Bauweise, bei der die Maurer Stein auf Stein legen, und sämtliche Prozesse nacheinander ablaufen müssen. Bei der modularen Bauweise dagegen können viele Prozesse parallel zueinander erfolgen, was sehr viel Zeit bei der Errichtung eines Gebäudes spart.
Die modulare Bauweise kommt hauptsächlich bei Baugroßprojekten zum Einsatz, z.B. bei Wohnkomplexen mit vielen Wohnungen, bei Bürogebäuden, öffentlichen Einrichtungen wie Schulen oder Kitas und bei Pflegeeinrichtungen.
Welche Vorteile hat der Modulbau gegenüber der herkömmlichen Bauweise?
Die modulare Bauweise hat gegenüber der herkömmlichen „Stein auf Stein“-Bauweise viele Vorteile. Der größte ist, dass durch den parallelen Ablauf der Bauprozesse selbst sehr große Gebäude in nur kurzer Zeit errichtet werden können.
Weiterer großer Vorteil ist für Bauherren, dass sie bei der Modulbauweise eine hohe Planungssicherheit haben. Der Hersteller der Gebäudemodule gibt einen Termin an, zu dem die Gebäudeteile an die Baustelle geliefert werden und verpflichtet sich vertraglich zur Einhaltung dieses Termins. Das fällt dem Hersteller leicht, denn bei der Modulbauweise gibt es keine bösen Überraschungen. Die Gebäudemodule werden in der Fabrik unter kontrollierten Bedingungen hergestellt, sodass es keine Qualitätsschwankungen oder mangelhafte Endprodukte geben kann. Der Ressourcenaufwand ist dadurch minimal, womit die Modulbauweise auch beim Thema Nachhaltigkeit punktet.
Dadurch, dass schon im Vorfeld der gesamte Gebäudekomplex vollständig durchgeplant werden kann, ergibt sich auch eine hohe Kostensicherheit für Bauherren. Bei der Modulbauweise sind die Kosten zudem niedriger als bei der herkömmlichen Bauweise, da der Fertigungsprozess hochautomatisiert ist.
Dank der hohen Planungssicherheit wissen Bauherren genau, wann ein Gebäude bezugsfertig ist. Für zukünftige Mieter oder Eigentümer hat das ebenfalls Vorteile: Sie können sich darauf verlassen, dass sie zum genannten Zeitpunkt dort einziehen können.
Welche Vorteile hat die modulare Bauweise für eine Großstadt wie Dresden?
In Großstädten wie Dresden ist Wohnraum Mangelware und die Nachfrage steigt stetig, da seit 25 Jahren auch die Bevölkerung hier kontinuierlich wächst. Neue Bauprojekte werden daher oft in Modulbauweise abgewickelt, denn damit lässt sich in kurzer Zeit viel Wohnraum schaffen.
Mittlerweile gibt es neben der Standard-Modulbauweise aus Stahlbeton auch Modulbaulösungen aus Holz, sodass sich die Module auch optisch voneinander abheben. Ganze Stadtviertel können auf diese Weise ansprechend gestaltet werden. Zudem können auch individuelle Anpassungen vorgenommen werden, z.B. Gebäude in unterschiedlichen Fassadenfarben gestrichen werden, Dachbegrünungen und im Innenhof gelegene Grünflächen angelegt werden.
Die modulare Bauweise bietet damit für Großstädte wie Dresden viele interessante Möglichkeiten, Neubau- oder Nachverdichtungsprojekte zu realisieren, ohne dass die Gebäudelandschaft eintönig wirkt.
Auch die Größe der Wohnungen lässt sich bei der Planung beliebig festlegen. So lassen sich beispielsweise Gebäudekomplexe realisieren, die hauptsächlich für Familien mit Kindern geeignet sind, und andere, die Studioapartments und Ein- oder Zweizimmer-Wohnungen haben. Auf die Nachfrage aus verschiedenen sozialen Gruppen lässt sich so flexibel reagieren und der Bedarf an Wohnraum optimal decken.
Die modulare Bauweise wird in Zukunft bei großen Wohnbauprojekten eine immer wichtigere Rolle spielen und oft das Mittel der Wahl sein, denn nur so lässt sich der stetig steigende Bedarf an Wohnraum zeitnah decken und flexibel auf die Nachfragen am Wohnungsmarkt reagieren.
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