Weihnachtliche Spezialitäten für jeden Geschmack

Leckere weihnachtliche Spezialitäten aus Dresden und Umgebung

Bald schon ist Weihnachtszeit! Dann tönen die Weihnachtslieder durch die Straßen der geschmückten Stadt und endlich können wir wieder über den Striezelmarkt und die weiteren wunderschönen Weihnachtsmärkte Dresdens flanieren. Was dabei auch nie zu kurz kommt, sind die leckeren Speisen und Getränke, welche man entweder an einem der vielen kleinen Stände oder zu Hause im Kreis von Familie und Freunden genießt. Einige davon haben ihren Ursprung sogar genau hier: in Dresden und Umgebung. Ein paar davon stellen wir euch in diesem Artikel vor!

Dresdner Christstollen

Die wohl bekannteste Weihnachtsspezialität direkt aus Dresden. Der Dresdner Christstollen ist nicht nur ein Symbol für Dresden und die Weihnachtszeit, sondern auch eines für Tradition und Hingabe. Jährlich backen die Bäcker in Dresdens traditionsreichen Bäckereien und Konditoreien mit viel Fachwissen, Liebe und Geduld die geliebten Stollen.

Die Geschichte des Dresdner Christstollens lässt sich bis um das Jahr 1400 zurückverfolgen. Erstmals erwähnt wird er, damals noch als „Strutzel“ oder „Striezel“ bezeichnet, 1474. Der heutige Name kommt von der wulstartigen Form des Stollens. In einigen Städten wurde das Gebäck aufgrund dessen „Stolle“ oder „Stollen“ genannt. Vermutungen zufolge soll die Form des Gebäcks aber eigentlich an das in Windeln gewickelte Kind der Weihnachtsgeschichte erinnern. Auf dem Striezelmarkt sind die Christstollen schon seit etwa 1500 zu finden. Ab 1560 etablierte sich der Brauch, dass acht Bäcker und acht Gesellen einen 36 Pfund schweren Stollen zum Schloss ihres Landesherrn trugen. 1730 beauftragte August der Starke einen Riesenstollen. Dieser wurde von 100 Bäckern und Gesellen eine Woche lang vorbereitet und dann in einem speziell dafür entworfenen Ofen gebacken. Am Ende war er fast 1,8 Tonnen schwer und musste mit einem eigens dafür gefertigten 1,60 m langen Messer angeschnitten werden. Bis heute wird eine Replika zum Anschnitt des Christstollens beim jährlichen Stollenfest am Vorabend des 2. Advent verwendet. Heute ist der Christstollen auf dem Stollenfest fast 3000 kg schwer. Nach einem Umzug durch die Altstadt schneidet ein Bäckermeister mit Hilfe des Stollenmädchens, immer eine angehende Bäckerin, Konditorin oder Verkäuferin im Schutzverband Dresdner Stollen e. V. im dritten Lehrjahr, den Stollen an. Das erste Stück gebührt dabei immer dem*der Oberbürgermeister*in, welche*r den Stollen dann auch zum Verkauf freigibt. Die tausenden Portionen des Riesenstollens werden dann für einen guten Zweck verkauft. Generation um Generation wurde die Rezeptur verfeinert, aufbewahrt und vererbt. Noch heute bewahren viele Bäcker*innen ihre Geheimrezeptur auf. Das Qualitätssiegel mit dem Porträt von August dem Starken garantiert dem Verbraucher eine geprüfte und gleichbleibend hohe Qualität des Dresdner Christstollens. Dafür sorgt der Schutzverband Dresdner Stollen e. V.

Der Dresdner Christstollen wird seit Jahrhunderten traditionell und mit viel Hingabe zubereitet.
Der Dresdner Christstollen wird seit Jahrhunderten traditionell und mit viel Hingabe zubereitet.

Übrigens: Ursprünglich wurde der Christstollen lediglich aus Hefe, Mehl und Wasser gebacken und hat auch dementsprechend geschmeckt. Das lag daran, dass die Kirche verbot, Butter und Milch zum Backen zu verwenden. Daher baten im Jahr 1470 Kurfürst Ernst von Sachsen und sein Bruder den Papst darum, dieses Verbot aufzuheben. Dieser verfasste daraufhin den sogenannten „Butterbrief“, welcher es erlaubte, feine Zutaten wie Butter, Milch, aber auch Rosinen, Mandeln und Früchte zum Backen des Stollens zu verwenden, wenn dafür in Buße gezahlt wurde.

Pulsnitzer Pfefferkuchen

Etwa 25 km nordöstlich von Dresden befindet sich die kleine Stadt Pulsnitz, die vielen vermutlich vor allem für ihre hervorragenden Pfefferkuchen bekannt ist. Und das zu Recht! Die Pulsnitzer Pfefferkuchen blicken auf eine lange Tradition zurück. Schon im Jahr 1558 wurde den Pulsnitzer Bäckern das Recht gegeben, neben Brot auch Pfefferkuchen zu backen. Aus dem Jahr 1654 kommt die erste urkundliche Erwähnung der „Pfefferküchler“ aus Pulsnitz. Ein Bäcker und Pfefferküchler namens Tobias Thomas bringt 1745 neue Ideen und Rezepte von Reisen mit. Damit verbessert sich die Qualität der Pulsnitzer Pfefferkuchen und es entstehen erste Pfefferküchlereien. Die Stadt ist so berühmt für ihre Gebäcke, dass sie sogar den Beinamen „Pfefferkuchenstadt“ führt.
Wie der Dresdner Christstollen ist auch der Begriff „Pulsnitzer Pfefferkuchen“ geschützt und darf nur für jene in Pulsnitz gefertigten Gebäcke verwendet werden. Das traditionelle Handwerk wird bis heute von acht Betrieben ausgeführt und gepflegt. Jedes Jahr gibt es am 1. Novemberwochenende den Pulsnitzer Pfefferkuchenmarkt. Doch auch wenn dieser Markt dieses Jahr schon vorbei ist, gibt es keinen Grund zur Sorge. Die Pulsnitzer Pfefferkuchen findet man auch auf dem Striezelmarkt, auf dem sie seit 1655 stetig vertreten sind.

Pulsnitzer Pfefferkuchen sind eine Spezialität, die nicht nur in Dresden beliebt ist.
Die Pulsnitzer Pfefferkuchen werden ganzjährlich produziert, erfreuen sich aber vor allem zur Weihnachtszeit großer Beliebtheit.

Dresdener Pflaumentoffel

Der Pflaumentoffel wurde erstmals im Jahre 1801 erwähnt. Zu dieser Zeit verkauften ihn Kinder auf dem Striezelmarkt als Glücksbringer, Schmuck oder einfach als Süßigkeit. Die Geschichte dieses traditionellen Weihnachtsnaschwerkes ist jedoch eine etwas traurigere. Im 19. Jahrhundert arbeiten einige junge Waisenkinder als Schornsteinfeger, sie waren dabei gerade mal sieben bis acht Jahre alt. Weil sie noch so klein waren, konnten sie die Schlote des Schornsteins von innen reinigen. Sie trugen dabei meist einen schwarzen Umhang mit Kapuze. Diese Kinder waren die Inspiration für den Pflaumentoffel. Der Name ist eine Kombination aus den Wörtern „Pflaume“ und „Feuerteufel“. Später verbreitete sich auch der Zylinder unter den Schornsteinfegern, daher trägt der moderne Pflaumentoffel ebenfalls einen Zylinder. Mittlerweile gibt es aber auch wieder historische Pflaumentoffel-Modelle ohne Hut. Diese sind unter dem Namen „Pflaumenfeuerrüpel“ erhältlich. Bis heute ist der Pflaumentoffel nicht nur als Süßigkeit, sondern auch als Symbolfigur vom Dresdner Striezelmarkt nicht mehr wegzudenken.

Pflaumentoffel sind immer auf dem Striezelmarkt zu finden.
Auf dem Dresdner Striezelmarkt ist der Pflaumentoffel mittlerweile Kult.

Quarkkeulchen

Quarkkeulchen sind natürlich keine speziell weihnachtliche Spezialität aus Sachsen, aber sie passen mit ihrem heimeligen Charakter gut zum Fest und sind auch in einigen Dresdner Restaurants fest im Weihnachtsmenü verankert. Sie sind eine äußerst beliebte Süßspeise hier bei uns und schmecken am besten frisch zubereitet! Der Name des leckeren Gebäcks kommt vom mittelhochdeutschen Wort „Kaule“, welches so viel wie Kugel bedeutet. Traditionellerweise werden sie aus geriebenen Kartoffeln, Quark, Eiern, Mehl und etwas Zucker zubereitet. Wer will, kann auch Rosinen zum Teig hinzufügen. Serviert wird die süße Nachspeise mit Apfel- oder Pflaumenmus oder auch frischen Früchten und Puderzucker. Wem jetzt schon das Wasser im Munde zusammenläuft, sollte die sächsischen Quarkkeulchen in einer von Dresdens Gaststuben probieren oder auch sie nach Omas Rezept zu Hause zubereiten.

Gemütlichkeit und Ruhe stehen für Weihnachten.
Gemütlichkeit, Ruhe und ein Kindheitsgefühl gehören zu Weihnachten einfach dazu!

Dominosteine

Ja, richtig gehört, Dominosteine haben ihren Ursprung im wunderschönen Dresden. 1936 erfindet der Dresdner Chocolatier Herbert Wendler die beliebte Schichtpraline. Ursprünglich wollte er damit lediglich eine breitere Kundschaft erreichen, da die kleine Praline aus Lebkuchen, Fruchtfüllung und Marzipan günstiger war als die anderen Pralinen in seiner Manufaktur. Während des Zweiten Weltkriegs jedoch erfreute sich der Dominostein aufgrund der Lebensmittelknappheit großer Beliebtheit in seiner Rolle als sogenannte „Notpraline“. Später erbte die Dresdner Firma Dr. Quendt das Originalrezept für die Dominosteine von Herbert Wendler. Die leckeren Teilchen bestehen stets aus einer Lebkuchenschicht und Fruchtfüllungen. Ob Persipan oder Marzipan verwendet wird, entscheidet dann darüber, ob es feine Dominosteine oder feinste Dominosteine sind. Bei feinsten Dominosteinen dürfen nur Füllungen aus Frucht oder Marzipan verwendet werden. Ob Dominosteine nun ein Gebäck oder eine Praline sind, lecker sind sie auf jeden Fall!

Ob Stollen, Pfefferkuchen oder Pflaumentoffel, ob auf dem Striezelmarkt, zu Hause oder bei Oma und Opa, Weihnachten schmeckt hier in Dresden definitiv! In nur wenigen Tagen eröffnen auch die zahlreichen Weihnachtsmärkte in der Stadt und wir können alle wieder genüsslich schlemmen, was das Zeug hält! Dazu noch ein bisschen Schnee und Liebe und die Weihnachtszeit könnte perfekter nicht sein.

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