Feierliche Eröffnung im Filmtheater Schauburg

Filmfest Dresden – Internationale Kurzfilmwoche in der sächsischen Hauptstadt

Bereits zum 31. Mal findet das internationale Kurzfilmfestival in Dresden statt. Nach dem runden Geburtstag im letzten Jahr stellt das Filmfest Dresden auch in diesem Jahr wieder den Kurzfilm in den Fokus und erwartet rund 20.000 Besucher und Filmschaffende. Zuschauer, Filmenthusiasten und Festivalfans dürfen sich auf mehr als 60 Programme sowie Filme aus bis zu 20 Ländern freuen.

 

Warum Kurzfilm?

Das Filmfest Dresden versteht sich als Forum für politischen Diskurs und interkulturelle Begegnungen, gemeinsam wird in der Woche rund um das Thema Film debattiert, in Workshops dazugelernt und in offenen Diskussionen auf und neben dem Podium über das Medium (Kurz-)Film debattiert. In diesem Jahr unter dem Motto „Umbruch und Transformation“.

Im Vergleich zu Langspielfilmen sind Kurzfilme häufig sehr aktuell, behandeln Themen aus der Gegenwart, dem gesellschaftlichen oder politischen Diskurs, greifen Trend- oder Randthemen auf. So werden den Besuchern in diesem Jahre einige Filme zur Genderthematik, zu Körperbildern oder auch aus der Jagdthematik begegnen.

Kurzfilme sind direkt, einprägsam, sie können schocken, provozieren, überraschen, ein lautes Lachen hervorkitzeln, verzaubern, zum Nachdenken anregen oder ein Schmunzeln entlocken. Die Kunstform Kurzfilm ist innovativ und damit thematisch und auch technisch häufig Inspiration für Langspielfilme. Die Möglichkeit eine Geschichte innerhalb kürzester Zeit auf den Punkt zu bringen und die Zuschauer*innen dabei zu berühren sowie die künstlerische und kreative Umsetzung macht die Faszination für das Medium Kurzfilm aus.

 

Filmfest in Dresden

Am Dienstagabend, den 09. April um 19.00 Uhr fiel der Startschuss der Filmfestfestwoche 2019 im Filmtheater Schauburg mit der feierlichen Eröffnung.

Filmtheater Schauburg
Filmtheater Schauburg

 

Bis einschließlich Sonntag flimmern rund 2.000 Filme mit einer Maximallänge von 30 Minuten über die Leinwände der verschiedenen Spielstätten. Das neu renovierte Filmtheater Schauburg, das Thalia Cinema, das Programmkino Ost, erstmalig auch das Kino in der Fabrik, der Dresdner Neumarkt mit dem Open Air und das Clubkino im Lingnerschloss sind Spielorte des diesjährigen Filmfests.

In verschiedenen Wettbewerben und Kategorien buhlen die Filmemacher um die Gunst der Jurys und des Publikums, denn es winken Förderungen und Preisgelder in Höhe von über 60.000 €, wie auch die begehrten Goldenen Reiter über diese Trophäen dürfen sich 13 glückliche Preisträger freuen. Es werden Goldene Reiter in den Kategorien Animationsfilm, Kurzspielfilm, Publikum und Jugendjury sowohl im Nationalen als auch Internationalen Wettbewerb verliehen. Hinzu kommen im Nationalen Wettbewerb der Filmförderpreis der Kunstministerin sowie der DEFA-Förderpreis Animation. Aus beiden Wettbewerben gemeinsam werden Gewinner*innen in den Kategorien Sound Design, GeschlechterGerechtigkeit und der ARTE Kurzfilmpreis prämiert. Zusätzlich vergebe die Filmnächte am Elbufer den Publikumspreis. Die Preisverleihung findet am 13. April im Kleinen Haus statt. Im Anschluss geht es weiter ins Alte Wettbüro, wo Filmschaffende, Jurymitglieder, das Filmfest-Team und Filminteressierte gemeinsam feiern. Das Alte Wettbüro dient während der gesamten Filmfest-Woche als Anlaufstelle für akkreditierte Gäste, hier befindet sich das Gästezentrum und ein Festivalcafé.

 

Drei Fragen an Anne Gaschütz, stellvertretende Festivalleiterin und Festivalkoordinatorin des Filmfest Dresden

Was macht das Filmfest Dresden auf internationaler Ebene so interessant, dass jedes Jahr viele internationale Filmschaffende und Filmenthusiasten in die sächsische Hauptstadt kommen?

„In unseren Wettbewerben zeigen wir aktuelle Kurzfilme aus den vergangenen zwei Jahren. Darunter viele bekannte aber auch neue Filme. Im Nationalen Wettbewerb laufen zudem sehr viele Weltpremieren. Europaweit sind wir zudem mit Preisgeldern von insgesamt über 65.000 Euro eins der höchst dotierten Kurzfilmfestivals, das ist natürlich sehr reizvoll für die Filmschaffenden. Auch unsere Sonderprogramme sind sehr reizvoll. Jedes Jahr haben wir verschiedene Sonderprogramme, in diesem Jahr zum Beispiel den Schwerpunkt Kuba. Hier laden wir natürlich auch die Filmschaffenden ein, sodass 2019 sicherlich viel Spanisch auf dem Festival gesprochen wird. Generell sind wir ein sehr besucherfreundliches Festival, es ist bei uns sehr einfach mit den Filmschaffenden abends beim Bierchen im Thalia ins Gespräch zu kommen. Ich denke, die gesunde Mischung aus Filmen und einer recht entspannten Atmosphäre trägt dazu bei, dass viele Besucher*innen auch nach mittlerweile 30 Jahren immer wieder gern zum Festival kommen.“

 

Welches Programm würdest du den Zuschauern empfehlen anzusehen? Hast du einen Favoriten?

„Hier muss ich ganz egoistisch sein und zum einen den Internationalen Wettbewerb empfehlen, da ich Teil der Sichtungskommission für diesen bin. Wir haben in diesem Jahr eine sehr interessante und teils sicher auch provozierende Mischung aus Spiel- und Animationsfilmen, die gern an die Grenzen der Sehgewohnheiten stoßen. Außerdem freue ich mich sehr, dass wir in diesem Jahr eine Spätvorstellung im Thalia zeigen werden unter dem Titel Seriously! WTF?: Lost in Space. Hier habe ich mit meinem slowakischen Kollegen Daniel Vadocky Filme zusammengestellt, die uns aus diversen Gründen nicht mehr los gelassen haben. Filme, die uns nicht nur buchstäblich in andere abgefahrene Welten entführen. Wenn ihr also wissen wollt, warum russische Astronauten Spanisch sprechen, was ein Stormtrooper mit Hamlet zu tun hat und was Ralf Möller mit all dem zu tun hat, dann solltet ihr am Freitag 23:30 Uhr unbedingt ins Thalia kommen.

Ein weiteres Highlight ist die erste Ausgabe von Random Home Cinema: Kitchen Stories. Hier kochen einige unserer eingeladenen Gäste für unsere Gäste an einem geheimen Ort. Dazu gibt es noch ein paar Essens-relevante Kurzfilme. Das Random Home Cinema gibt es schon seit ein paar Jahren beim Short Waves Festival in Poznan. Hier stellen Kurzfilmliebhaber*innen ihre Wohnungen zur Verfügung, in denen dann geladene Gäste Kurzfilmprogramme kuratieren. Wir lassen unsere Gäste noch dabei kochen und hoffen so, dass viele neue Freundschaften entstehen werden. Die Plätze für das Home Cinema werden mittels Verlosung vergeben, Lose kann man in der Schauburg und im Alten Wettbüro erwerben.“

 

Worauf freust du dich in diesem Jahr am meisten?
Anne Gaschütz
Anne Gaschütz

„Ich freue mich tatsächlich am meisten auf unsere Besucher*innen aus nah und fern. Ich persönlich komme leider nie ins Kino, aber ich freue mich, wenn alles läuft, wenn unsere Gäste die Kinos füllen, wenn die Filmschaffenden ihre Filme persönlich präsentieren und wenn alte und neue Freunde nach Dresden kommen und das Festival genießen. Wenn wir am Sonntag beim Abschiedsbrunch im Alten Wettbüro sitzen, die Sonne scheint und wir müde aber dennoch angeregt über die hinter uns liegende Festivalwoche plaudern, dann kann es ja gar nicht so schlecht gewesen sein 😉.“

 

 

Schon bei der Eröffnung konnten wir feststellen, dass zum Filmfest eine ganz besondere Stimmung herrscht. Kreativität liegt in der Luft, das freundliche Miteinander, der internationale Austausch, die Neugier auf Neues, die Möglichkeit mit spannenden und faszinierenden Menschen ins Gespräch zu kommen und nicht zuletzt die unglaubliche Vielfalt und die mit viel Herzblut kuratierten Filmprogramme machen den Besuch zu einem tollen Erlebnis.

Sektempfang im Foyer der Schauburg
Sektempfang im Foyer der Schauburg

Der Besuch des Filmfestes ist einfach ansteckend, wer einmal dabei war kommt gerne wieder, daher empfehlen wir euch auch gleich ein 5-er-Ticket. Hier erhaltet ihr Zutritt zu fünf Programmen eurer Wahl zum Vorzugspreis von 30,00€. Ein reguläres Einzelticket für ein Programm kostet 7,50€ (ermäßigt 5,00€) und der Eintritt zur Festivalparty am Samstagabend im Alten Wettbüro 6,00€.

Zu beachten ist, dass alle Wettbewerbsprogramme werden generell für Zuschauer*innen ab 18 Jahren empfohlen. Für jüngere Filmfans stehen die Programme der Sektion Kids und Jugend zur Verfügung. Für frischgebackene Eltern gibt es das sogenannte „Schnullerkino“, hier werden die Filme babyfreundlich nicht in kompletter Dunkelheit und mit geringerer Lautstärke gezeigt.

Eine weitere Besonderheit des Filmfest Dresden ist, dass einige Programme barrierefrei gespielt werden. So wird es auch Filmfans mit einer Hör- oder Sehbeeinträchtigung ermöglicht in den Genuss eines Kinoerlebnisses zu kommen. Auch die Eröffnung und die Preisverleihung werden durch Gebärdendolmetscher simultan übersetzt.

 

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *