Die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 finden in Mailand und Cortina in Italein statt.

Eis, Schnee und große Träume: Dresdner Sportler*innen bei den Olympischen und Paralympischen Winterspielen 2026

Bald ist es so weit! Die Olympischen und Paralympischen Winterspiele starten. Die Austragungsorte sind Mailand und Cortina d’Ampezzo in Italien, Italien ist damit zum vierten Mal Gastgeber der Olympischen Spiele und zum zweiten Mal Gastgeber der Paralympischen Winterspiele. Und dabei sind im Team Deutschland auch einige Dresdner Sportler*innen. Mit einigen von ihnen konnten wir sprechen und sie haben uns gerne von ihrem Sport und der Vorfreude auf die Olympischen und Paralympischen Winterspiele erzählt.

Hanna Hoppe (Eishockey) aufgenommen am 12.01.2026 in München für Olympia 2026. Foto: Frank May/Team Deutschland/ © picture alliance
Die 19-jährige Verteidigerin Hanna Hoppe spielt Eishockey in der Nationalmannschaft. Foto: Frank May/Team Deutschland/ © picture alliance

Olympische Winterspiele

Die 25. Olympischen Winterspiele finden vom 4. bis zum 22. Februar 2026 statt. Fast 3000 Sportler*innen treten in 16 verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Zu den Dresdner Sportler*innen zählt unter anderem Josephine Schlörb, welche Team Deutschland im Eisschnelllauf vertritt. Die 22-Jährige aus Dresden hat bereits mit 5 Jahren mit dem Eislaufen begonnen und ist heute Teil des Eislauf-Vereins Dresden e. V. (EVD). Der Wettbewerb im Eisschnelllauf findet in der Milano Ice Skating Arena statt und erstreckt sich vom 7. bis zum 21. Februar. Auch die Dresdner Eishockeyspielerin Hanna Hoppe ist bei den Olympischen Spielen dabei. Die 19-Jährige ist als Verteidigerin Teil der Deutschen Eishockeynationalmannschaft der Frauen. Wenn sie nicht gerade Länderspiele absolviert, spielt sie für den Eissportclub Dresden. Eishockey, sowohl die Männer- als auch die Frauen-Nationalmannschaft, könnt ihr vom 5. bis zum 22. Februar sehen. Übertragen werden die Spiele aus der Milano Rho Ice Hockey Arena und der Milano Santagiulia Ice Hockey Arena.

Das Foto zeigt Josephine Schlörb, Eisschnelllauf, aufgenommen am 12.01.2026 in München für Team Deutschland für Olympia 2026. Foto: Frank May/Team Deutschland/ © picture alliance
Die 22-jährige Josephine Schlörb aus Dresden zeigt ihr Können im Eisschnelllauf. Foto: Frank May/Team Deutschland/ © picture alliance

Und auch im Skeleton sind Sportler*innen des Dresdner Sportclub 1898 e. V. vertreten. Axel Jungk und Susanne Kreher gehen hier vom 12. bis zum 15. Februar im Cortina Sliding Centre an den Start. Die offiziellen Trainingseinheiten finden aber schon ab dem 9. Februar statt. Susanne Kreher und Axel Jungk waren auch so lieb, mir ein paar Fragen über ihren Sport und Olympia zu beantworten.

Wie bist du zu deinem Sport gekommen?

Susanne: Ich habe seit der Grundschule Leichtathletik gemacht (400m & 800m) und war dann von 2012-2015 auf der Sportschule in Chemnitz, dort ging es dann für mich aber nicht mehr weiter in der Leichtathletik. Aber ich wollte unbedingt weiter Sport machen und dann bin ich über einen guten Freund, der mit mir zusammen Leichtathletik gemacht hat und 1 Jahr vor mir zum Skeleton gewechselt ist, darauf gekommen und habe es einfach mal ausprobiert. Es hat von Anfang an sehr viel Spaß gemacht und dann bin ich dabei geblieben. Im November 2015 lag ich dann das erste Mal auf einem Skeleton Schlitten im Eiskanal Altenberg.

Axel: Zum Skeleton bin ich mehr oder weniger durch Zufall gekommen. Es war keine gezielte Entscheidung von mir selbst sondern ich war damals Skispringer am Sportinternat in Oberwiesenthal und am Leistungszentrum Altenberg hat ein Skeleton Trainer neue Talente/Sportlerinnen gesucht. Dazu hat er ein Scouting gemacht und war an verschiedenen Sportschulen in Sachsen. Also neben Leichtathletik etc. war er unter anderem auch in Oberwiesenthal. Da es zu dem Zeitpunkt bei mir im Skispringen nicht mehr besonders gut lief hab ich mich dann entschieden zum Probetraining zu gehen. Dann wurden da verschiedene Athletiktests gemacht und es wurden die ersten Probefahrten in der Bahn gemacht und danach hat der damalige Skeletontrainer (Nico Scheler) entschieden wer für ihn in Frage kommt und wer nicht. Und ich war einer der Athleten bei denen er der Meinung war da könnte was draus werden und so hab ich mich entschieden mit 17 Jahren meine Sportart vom Skispringen zum Skeleton zu wechseln.

Susanne Kreher (Skeleton) aufgenommen am 10.01.2026 in München für Olympia 2026. Foto: Frank May/Team Deutschland/ © picture alliance
Seit über 10 Jahren liegt Susanne Kreher im Skeleton Schlitten. Foto: Frank May/Team Deutschland/ © picture alliance

Was war dein schönster Moment in Verbindung mit dem Sport?

Susanne: Der schönste Moment war als ich 2023 in St. Moritz Weltmeisterin geworden bin, und nach meinem 4. Lauf mein ganzes Team zu mir in die Bahn kam und mich umarmt hat. Das hat diesen Moment und diesen Erfolg noch schöner und unvergesslicher gemacht.

Axel: Mein schönster Moment würde ich sagen waren 2 Wettkämpfe. Zum ersten mein erster Weltcup Sieg am Königssee kurz vor Olympia 2018 als meine Familie und Freunde vor Ort waren und alle total ausgerastet sind. Das war sehr emotional und pure Freude. Und als 2. wäre das natürlich meine Silber Medaille bei den Olympischen Spielen in Peking 2022 da das eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle war. Ich war in dem Jahr sehr gut drauf und 2. im Gesamtweltcup. Kurz vor den Spielen habe ich Corona bekommen und meine Teilnahme stand bis zur letzten Sekunde auf der Kippe. Dann konnte ich gerade so mit dem letztmöglichen Flieger nach China nachreisen als mein gesamtes Team schon vor Ort war und trainiert hat und vor Ort wurde ich dann wieder positiv getestet und kam direkt in Einzel Quarantäne und ich war komplett durch. Am nächsten Tag wurde dann ein Retest gemacht der negativ war und dann durfte Ich Gott sei Dank doch noch an den Spielen teilnehmen. Und das es unter den Umständen dann noch für Silber gereicht hat war einfach unfassbar und gefühlt das Ende einer sehr sehr langen und schwierigen Reise.

Axel Jungk (Skeleton) aufgenommen am 10.01.2026 in München. Foto: Frank May/Team Deutschland/ © picture alliance
Bei Olympia 2022 nahm Axel Jungk trotz Komplikationen Silber mit nach Hause. Foto: Frank May/Team Deutschland/ © picture alliance

Was verbindest du mit Dresden?

Susanne: Dresden ist der Ort wo ich mich zu Hause fühle. Ich habe schon an vielen Orten gelebt und bin immer viel unterwegs im Winter bei Wettkämpfen und Trainings usw. aber ich freue mich immer wieder sehr darauf zurück nach Dresden und nach Hause zu kommen. Für mich ist es die schönste Stadt mit der ich sehr viele schöne private Erlebnisse verbinde und ich bin sehr dankbar das ich hier leben und trainieren kann.

Axel: Mit Dresden verbinde ich so ziemlich die schönsten Erinnerungen da ich fast 10 Jahre dort gelebt und trainiert habe. Viele meiner Freunde wohnen noch in Dresden oder Umgebung und Dresden wird für mich immer meine 2 Heimat bleiben.

Worauf freust du dich am meisten bei den Olympischen Winterspielen 2026?

Susanne: Ich freue mich am meisten darauf das olympische Flair zu genießen, das heißt im olympischen Dorf zu leben, bei der Eröffnungsfeier dabei zu sein und natürlich auch meinen Wettkampf auf der größten Bühne zu bestreiten und zu wissen das meine Eltern und mein Trainer Stefan Poser aus Dresden vor Ort dabei sind um mich zu Unterstützen. Und ich freue mich auch sehr auf das wunderschöne Bergpanorama und hoffentlich gute Pizza ;).

Axel: Am meisten freue ich mich bei den Spielen in Cortina auf das Ambiente im Gesamten, da die Bahn bilderbuchmäsig in mitten der Dolomiten liegt und einfach alles traumhaft schön aussieht. Und zum anderen ganz besonders darauf das meine Familie und Freunde in großer Anzahl bei den Spielen sein werden und mich vor Ort anfeuern und unterstützen. Es wird einfach ganz toll Olympia mit den Menschen die mir am wichtigsten sind verbringen zu dürfen.

Susanne Kreher beim Skeleton fahren im Eiskanal.
Susanne Kreher zeigt auf dem Skeleton Schlitten was sie kann. Foto: Viesturs Lacis.

Paralympische Winterspiele

Vom 4. bis zum 15. März 2026 finden die 14. Paralympischen Winterspiele statt. Hier treten rund 600 Sportler*innen in 6 verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Christian Pilz, Steven Betz, Frank Rennhack und Bernhard Hering vom Eissportclub Dresden sind als Teil der Para-Eishockey-Nationalmannschaft mit in Italien dabei. Die Mannschaft hat sich bei der Weltmeisterschaft 2025 für die Paralympischen Winterspiele qualifiziert und ist damit zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder und erst zum zweiten Mal generell bei den Spielen dabei.

Para-Eishockey ist nach seiner Entstehung in den 1970ern in Schweden 1994 als paralympische Disziplin eingeführt worden. Die Spieler sitzen nahe der Eisoberfläche in einem individuell angepassten Schlitten, daher auch der ursprüngliche Name „Sledge Hockey“, und bewegen sich mithilfe von zwei kurzen Schlägern, an deren Griffen Spikes angebracht sind, über das Eis. Die Schläger sind also gleichzeitig zur Fortbewegung und zum Spielen des Pucks designed. Ein Spiel dauert 3 × 15 min. Sonst entsprechen die Regeln, das Spielfeld und die Ausrüstung dem normalen Eishockey. In Deutschland gibt es derzeit 9 Para-Eishockey-Mannschaften, die sich zur Deutsche Para-Eishockey-Liga zusammengeschlossen haben und regelmäßig gegeneinander spielen. Auf nationaler Ebene sind auch nichtbehinderte Athleten integriert. Neben jährlichen internationalen Turnieren steht die Dresdner Mannschaft vor allem mit der tschechischen Para-Eishockey-Liga in regem Austausch. Vom 7. bis zum 15. März spielt unsere Nationalmannschaft bei den Paralympischen Winterspielen in der Milano Santagiulia Ice Hockey Arena um Gold.

Das Foto zeigt eine beleuchtete Inneneislaufbahn.
Ihr solltet bei den diesjährigen Paralympischen Winterspielen definitiv mal bei Para-Eishockey einschalten!

Frank Rennhack, Bernhard Hering und Christian Pilz, drei der Dresdner Spieler, welche auch zu den Paralympischen Winterspielen fahren werden, haben mir ein paar Fragen zu sich und dem Sport beantwortet.

Wie bist du zu deinem Sport gekommen?

Frank: Ich war nach einer OP zur Reha in Kreischa, als mir ein Mitarbeiter meines damaligen Sanitätshauses vom Para-Eishockey erzählte. Mein Interesse war sofort geweckt und als ich die Reha beendet hatte, habe ich mit meinen Eltern beim Training zugeschaut. Nachdem das Okay von meinem Arzt vorlag, habe ich zum ersten Mal mittrainiert. Mit 12 Jahren war ich damals mit Abstand der jüngste Spieler unseres Teams.

Bernhard: Ich wurde von einem ehemaligen Spieler beim Sitzball (einer anderen Behindertensportart) abgeworben. Ich hatte 2008 meinen Unfall und habe danach in Leipzig Sitzball probiert, 2010 bin ich dann wegen Schule nach Dresden umgezogen, dort hat er mich beim Training angequatscht, ich soll’s mal beim Para-Eishockey probieren – und bin dann dort hängen geblieben. Damals war ich 18 Jahre alt, jetzt bin ich 33 (bald 34…).

Christian: Ich bin 2002 in der Reha durch einen jetzigen Teamkollegen gekommen. Ich war 19 als ich es ausprobiert habe.

Was war dein schönster Moment in Verbindung mit dem Sport?

Frank: Nach über 24 Jahren in diesem Sport fallen mir auf Anhieb einige schöne Momente ein. Zum Beispiel, als wir 2005 Europameister geworden sind oder 2006, als wir das erste Mal an den Paralympics teilgenommen haben. Die jüngste Erinnerung ist der fünfte Platz bei der WM im vergangenen Jahr, bei der wir uns nach zwanzig Jahren erneut für die Paralympischen Spiele qualifizieren konnten.

Bernhard: Definitiv die Qualifizierung für die Paralympics bei der WM in Buffalo 2025. Auch wenn ich beim entscheidenden letzten Spiel gegen die Slowakei trotz Fieber mit ordentlich Erkältungsmittelchen gespielt habe und deswegen danach nicht so feiern konnte wie die anderen – Das war sehr schön.

Christian: Meine schönsten Momente war mein erstes Tor für Dresden und die Nationalmannschaft, der Klassen Erhalt im der A-Gruppe 2015 und natürlich 2025 die Qualifikation für die Paralympics 2026.

Was verbindest du mit Dresden?

Frank: Als gebürtiger Radebeuler ist Dresden als große Nachbarstadt ein Stück Heimat. Vor allem fällt mir da unsere schöne Altstadt, warme Sommertage an der Elbe und der Sportpark Ostra ein.

Bernhard: Altstadt ist so Disney-Land, was man vielleicht einmal im Jahr einem Gast zeigt, ansonsten viele nette Menschen (Freunde, Arbeit, Sport), Sächsische Schweiz und die Nähe nach Tschechien ist super. Allerdings würde ich ohne den Sport wahrscheinlich wieder in Leipzig wohnen […].

Christian: Dresden ist eine wunderbare Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten und eine Vielzahl von Sportarten. Man kann sehr viel erleben und mit den Menschen in Kontakt treten, speziell beim Sport.

Worauf freust du dich am meisten bei den Paralympischen Winterspielen?

Frank: Ich freue mich vor allem auf die tolle Atmosphäre im Dorf und den Austausch mit den anderen Athleten. Selbstverständlich freue ich mich auch auf den Wettkampf auf der größten Bühne, die unser Sport zu bieten hat. Vor allem das Vorrunden-Duell mit dem weltbesten Team aus den USA wird eine tolle Herausforderung für unsere Mannschaft darstellen. Wir hoffen auf viele Zuschauer, die uns lautstark anfeuern werden. Bei den Paralympics sind die Spiele oftmals ausverkauft, während wir vor heimischer Kulisse vor maximal 50 Zuschauern spielen.

Bernhard: Die Hockey-Spiele, was sonst. Auf höchstem Niveau vor großem Publikum und vielleicht mal ein wenig mehr mediale Aufmerksamkeit dem Sport zeigen, egal was am Ende dabei rauskommt. […]

Christian: Ich freu mich auf unsere Mannschaft, wie wir uns mit den anderen Nationen messen und natürlich die olympische Atmosphäre. Unser Land auf dieser Bühne vertreten zu dürfen macht mich ebenso stolz.

Das Foto zeigt eine Eislaufbahn von oben. Schnee umringt das Feld.
Wir wünschen allen Athlet*innen viel Spaß und viel Erfolg!

Ich bedanke mich herzlichst bei allen Sportler*innen, die mir geduldig meine Fragen beantwortet haben, und wir wünschen euch allen ganz viel Erfolg bei den Olympischen und Paralympischen Winterspielen in Mailand und Cortina. Sowohl die Olympischen als auch die Paralympischen Winterspiele werden zum Großteil live bei ARD und ZDF übertragen. Dazu gehören Wettbewerbe, Medaillenzeremonien sowie die Eröffnungs- und Abschlussfeier. Ergänzend zu den Live-Übertragungen im Free-TV könnt ihr die Spiele kostenlos in den Mediatheken und Apps von ARD und ZDF verfolgen. Den genauen Zeitplan für die Paralympischen und Olympischen Winterspiele findet ihr auf der Offiziellen Website der Spiele.

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