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In Dresden gibt es wirklich viele schöne Cafés. Dabei gibt es aber welche, die einem direkt im Kopf bleiben, weil sie irgendwie mehr sind als nur ein Stopp für einen schnellen Kaffee. So ist es bei Cross River Coffee. Besonders in den Frühlings- und Sommermonaten, wo die Sonne wieder länger scheint und man Lust bekommt, mit einem guten Getränk in der Sonne zu sitzen, sind die zwei Cross River Cafés in Dresden die perfekten Orte. Wer Wert auf Kaffee mit Charakter und Qualität legt und ein besonderes, faires Konzept untersützen möchte, sollte sich das Cross River unbedingt merken!
From Farm To Cup
Schon beim Betreten des modern eingerichteten Cafés an der Kreuzkirche wird schnell klar: Hier ist etwas besonders. Im Cross River Coffee wird man vom warmen Duft frisch gerösteter Bohnen empfangen. Der Laden in der Altstadt ist modern eingerichtet, und trotzdem gemütlich, eine gute Mischung aus urban und einladend. Doch was ist genau das Besondere? Im Mittelpunkt des Konzepts von Cross River steht der Kaffee. Vor Ort werden verschiedenste Kaffeespezialitäten angeboten, doch alle haben eins gemeinsam: Die Bohnen stammen aus Kamerun. Dahinter steckt der Gedanke „from farm to cup.“
Konkret bedeutet das, die Bohnen werden nicht irgendwo eingekauft und weiterverarbeitet, sondern stammen aus einer klar nachvollziehbaren Wertschöpfungskette.
Neben den Kaffeespezialitäten, bei denen ihr selbst entscheiden könnt, wie ihr Röstgrad und Geschmack gerne hättet, gibt es auch leckere hausgemachte Kuchen und Speisen.
Cross River Coffee Cross River Coffee
Wie alles begann
Hinter Cross River Coffee steht Wilson Ndzi Tanto, der bereits 2020 die erste Filiale in Löbtau am Conertplatz eröffnete. Dort begann alles etwas kleiner, doch schnell wurde klar, das Konzept kommt gut an und der Platz reicht nicht mehr aus. Im Jahr 2024 kam der zweite Standort an der Kreuzkirche dazu. Schon im Jahr 2015 hatte Wilson das Cameroon Coffee Project Bòŋàbee gegründet. Dahinter steht die Idee, Kamerun und Deutschland miteinander zu verbinden und gleichzeitig die Lebensbedingungen in seiner Heimatregion nachhaltig zu verbessern. Seitdem importiert Bòŋàbee Rohkaffee aus verschiedenen Anbaugebieten der Nordwestregion Kameruns nach Deutschland.
Was uns ausmacht, ist, dass wir an allen Stellen der Wertschöpfungskette involviert sind und dadurch die Möglichkeit haben, an allen Stellen auf die Qualität des Kaffees und auf die menschlichen Beziehungen Einfluss zu nehmen.
Katharina, Barista bei Cross River Coffee
Kaffee aus Kamerun
Dass Cross River Coffee mit Kaffee aus Kamerun handelt, ist in der Kaffeeszene etwas Besonderes. Das Herkunftsland ist hierzulande weit weniger bekannt als andere Kaffeeregionen.
Doch das war nicht immer so: In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählte Kamerun noch zu einem der größten Kaffeproduzenten der Welt. In den 1960ern Jahren verlor das Land jedoch diesen Platz. Aufgrund sinkender Kaffeepreise ging die Produktion stark zurück, viele Bauern waren gezwungen, andere Nutzpflanzen wie Eukalyptus anzubauen, um ihre Existenz zu sichern. Dies führte unter anderem dazu, dass Wasserressourcen während der Trockenzeit schneller erschöpft wurden und sich die Lebensbedingungen vieler Menschen verschlechterten.
Mit dem Kamerun Kaffee Projekt untersützt Bòŋàbee Kleinbauern vor Ort: Die Bohnen stammen aus fairem Handel und werden direkt in der Nordwestregion Kameruns angebaut. Die Kaffeebäume wachsen in den Nkambe Highlands auf 1400 bis 1800 Metern Höhe, wo mineralreiche Böden und ein subtropische Klima ideale Vorraussetzugen für den hochwertigen Kaffeeanbau bieten.
Gründer Wilson pflegt einen engen Kontakt mit den Landwirt*innen und zahlt ihnen mehr als viele Händler vor Ort. Dadurch werden nicht nur faire Einkommen ermöglicht, sondern auch die Infrastruktur vor Ort direkt gestärkt. Gleichzeitig fördern Bòŋàbee und der gemeinnützige Verein Deutschland-Nkambe eV. Entwicklungsprojekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Umwelt und Infrastruktur.
Nach dem Import werden die Bohnen in Dresden in der hauseigenen Rösterei weiterverarbeitet. So entsteht am Ende nicht nur Kaffee, sondern ein Getränk mit Geschichte.
So werden die Bohnen verarbeitet
Beim Kaffeekauf könnt ihr nicht nur zwischen den Röstgraden und der Kaffeesorte (Arabica oder Robusta) wählen, sondern auch zwischen drei verschiedenen Aufbereitungsarten: natural, washed und honey. Jede Methode bringt ihren ganz eigenen Geschmack mit.
Bei natural bleibt die Kaffeekirsche während der Trocknung, die 14 Tage dauert, im Ganzen und die Kaffeebohne wird erst in der Fabrik von getrockneten Fruchtfleisch und Haut getrennt. Das sorgt für einen fruchtigen, intensiven Kaffee.
Washed bedeutet, dass das Fruchtfleich der Kaffeebohne maschinell von dieser, vor der Trocknung, getrennt wird. Die Bohnen liegen dann für 24 Stunden in einem Gärtank, werden dann gewaschen. So werden alle Reste des Fruchtfleisches und der Pektinschicht entfernt. Das Ergebnis ist ein Kaffee mit einem sauberen und mildem Geschack.
Honey ist eine weitere Form der trockenen Aufbereitung. Dabei wird vor der Trockung das Fruchtfleisch entfernt, die süße Pektinschicht aber bleibt. So bildet sich ein süßer Geschmack und es entsteht ein vollmundiger, leicht süßer Kaffee.
Menu-Highlights

Wer nicht nur Kaffee genießen will, sondern gerne frühstückt oder bruncht, wird hier ebenfalls fündig. Unter der Woche von 9 bis 14 Uhr, am Samstag und Sonntag bis 15 Uhr gibt es ein abwechslungsreiches Brunchangebot. Auf der Karte stehen unter anderem Homemade Granola, verschiedene French Toast Varianten und nordafrikanisches Shakshuka. Dabei wird mit ausgewählten regionalen Zutaten gearbeitet, und auch vegane Optionen fehlen nicht.
Im Speiseangebot finden sich auch Einflüsse aus Kamerun wieder. So könnt ihr afrikanische Teigtaschen mit einer vegetarischen Füllung oder Rindfleisch probieren oder auch die Yam Balls versuchen.
Auch bei den Getränken ist Abwechslung geboten. Neben dem klassischen Kaffeeangebot, von kräftig bis fruchtig, gibt es hier auch einen Cappu Orange, also einen Cappuccino mit geschäumten Orangensaft. Und selbst wer kein Kaffee-Fan ist, wird nicht enttäuscht. Matcha Latte, auch iced, sowie gut abgeschmeckte hausgemachte Limonaden stehen ebenfalls auf der Karte
in der Altstadt:
Adresse: Pfarrgasse 2, 01067 Dresden
Öffnungszeiten: täglich 9 bis 18 Uhr
in Löbtau:
Adresse: Rudolf-Renner-Straße 36, 01159 Dresden
Öffnungszeiten: Montag geschlossen, Di – Sa von 10 bis 18 Uhr , sontag 11-18 Uhr
Kontakt: 0351 30984358
Zum Abschluss mein persönlicher Tipp: Probiert unbedingt den Haselnusskaffee. Der passt perfekt zu einem gemütlichen Cafébesuch und schmeckt einfach gut. Wer noch mehr über den nachhaltigen Kaffeenanbau erfahren möchte, kann auf der Website von Cross River Coffee oder bongabee stöbern oder im Café vor Ort in ihrem Buch „Auf nach Kamerun“ schmökern.
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