Seit dem 14. September wird sich in Dresden wieder konkret den Themen Zukunftsgestaltung, Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit gewidmet, denn das Dresdner Nachhaltigkeitsfestival „Dear Future“ geht in die nächste Runde! Bis zum 26. September beschäftigt sich das Festival unter dem diesjährigen Motto „Connected – Für ein faires, globales Miteinander“ mit der Frage, wie eine nachhaltige und gerechte Zukunft aussehen kann – im Mittelpunkt steht dabei in diesem Jahr vor allem das Thema (De)Kolonialisierung. Mit dem Ziel, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, Wissen zu vermitteln und Möglichkeiten zum eigenen Handeln aufzuzeigen, organisiert das Festival die nächsten zwei Wochen zahlreiche Workshops, Diskussionen, Ausstellungen, Filmvorführungen und weitere Mitmachangebote, an denen ihr meist kostenlos teilnehmen könnt! Welche das sind und was euch konkret in den Festivalwochen erwartet, erfahrt ihr in diesem Beitrag!
Worum geht’s in diesem Jahr?
Nachdem sich im letzten Frühjahr alles um Zukunft und Arbeit gedreht hat, liegt der Fokus diesen Spätsommer vor allem auf den Themen Globales Miteinander und (De)Kolonialisierung. Dabei stehen Geschichte und Gegenwart globaler Machtverhältnisse im Zentrum, sodass sich angeschaut werden kann, wie koloniale Denk- und Machtstrukturen bis heute fortwirken. So wird beispielsweise den Fragen nachgegangen, wer über Land und natürliche Ressourcen verfügt, wer von globalen Lieferketten profitiert und wessen Wissen und Perspektiven gesellschaftlich anerkannt werden. Um die große Thematik der (De)Kolonialisierung umfassend angehen zu können, hat das Dear Future vier Themenebenen aufgestellt, unter denen die Veranstaltungen des Festivals laufen: Die (De)Kolonialisierung des Seins, die (De)Kolonialisierung des Bodens und Ressourcen, die (De)Kolonialisierung des Wissens und die (De)Kolonialisierung der Zukunft.
Wir möchten […] mit euch Räume für Gespräche, Zuhören, (Ver)lernen gestalten und gemeinsam Wege finden, wie ein faires, globales Miteinander aussehen kann.
Veranstalter:innen des Dear Future Festivals
Auch Rassismus und die unterschiedlichen Auswirkungen der Klimakrise auf Menschen in verschiedenen Teilen der Welt spielen dabei immer wieder eine Rolle. Ebenso wird hinterfragt, ob die aktuellen Ansätze und Technologien für eine klimafreundlichere Zukunft wirklich sinnvoll sind und welche Alternativen es möglicherweise gibt, um wirklich niemanden zu benachteiligen oder zu schädigen.

Ein vielseitiges Programm
Entsprechend vielfältig ist das Programm der Festivalwochen! Die Veranstaltungen reichen von politischen Diskussionen und Workshops bis hin zu kulturellen Angeboten und Aktivitäten im öffentlichen Raum. So stehen in den folgenden Tagen unter anderem Veranstaltungen zu globaler Klimagerechtigkeit, fairem Handel, Postkolonialismus, Frieden, Rassismus und digitalem Kolonialismus auf dem Plan. Besonders spannend sind auch die Stadttouren wie der postkoloniale Stadtrundgang am 17. September, die rassismuskritische Radtour am 25. September oder die dekoloniale Verfolgungsjagd mit Bus und Bahn, die euch Dresden und Umgebung aus einer ganz anderen Perspektive eröffnen. Daneben gibt es Ausstellungen, Kneipenquizze, gemeinsames Essen, Musik und weitere niedrigschwellige Formate, sodass ihr auch teilnehmen könnt, wenn ihr euch bisher noch nicht so intensiv mit Nachhaltigkeit oder Postkolonialismus beschäftigt habt. Den krönenden Abschluss des Festivals bildet schließlich die Dear Future Abschlussveranstaltung am 26. September auf dem Fest der Interkulturellen Tage Dresden am Jorge-Gomondai-Platz.
Ein weiterer großer Bestandteil des Dear Future Festivals ist ein bewegendes Filmprogramm mit anschließenden Gesprächen, das in verschiedenen Kinos und Veranstaltungsorten in Dresden kostenlos ausgetragen wird. Alle Filme greifen hierbei unterschiedliche Aspekte des diesjährigen Schwerpunkts auf und widmen sich unter anderem Arbeitsbedingungen, Land, Ressourcen und den Lebensrealitäten indigener Gemeinschaften. Den Auftakt des Filmprogramms macht „Made in EU“ am 17. September in der Filmgalerie Phase IV, bei dem das Leben einer Arbeiterin in einer bulgarischen Textilfabrik im Mittelpunkt steht. Am 18. September folgt im Thalia Kino „We are the fruits of the forest“, das sich mit den indigenen Bunong in Kambodscha und ihrer Beziehung zu Wald und Landwirtschaft beschäftigt. Mit „Cotton Queen“ geht es am 19. September im Weltclub auf der Königsbrücker Straße in den Sudan und damit in eine Region, die vom Baumwollanbau geprägt ist. Zuletzt wird schließlich „Landmarks – Nuestra Tierra“ am 25. September im Rahmen des MOVE IT!-Filmfestivals im Thalia Kino gezeigt, bei sich mit Mord an Indigenen, Landraub und kolonialer Unterdrückung auseinandergesetzt wird.
Das komplette Programm des Dear Future Festivals findet ihr hier.

Wer organisiert das Festival?
Hinter dem Dear Future steht der Dresdner Verein Zukunftsgestalten e.V., der seit mehreren Jahren in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung tätig ist. Neben dem Nachhaltigkeitsfestival organisiert Zukunftsgestalten viele weitere Formate wie das Zukunftskino, verschiedene Bildungsangebote an Schulen und der Volkshochschule und öffentliche Projekte zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen. Wie der Name schon vermuten lässt, geht es dem gemeinnützigen Verein dabei vor allem um die Gestaltung der Zukunft: Er will Menschen dazu anregen, sich mit globalen Zusammenhängen auseinanderzusetzen und gemeinsam nach Möglichkeiten für eine nachhaltige Entwicklung zu suchen.
Die Zukunftsgestalten entwickeln mit euch positive Zukunftsbilder, die dazu motivieren sollen, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und Neues kennenzulernen und auszuprobieren. Gehen wir’s an!
Verein Zukunftsgestalten e.V.
Der Ansatz des Vereins wird beim Dear Future Festival gemeinsam mit zahlreichen Parnter:innen umgesetzt. Beteiligt sind unter anderem Dresden Postkolonial, der Ausländerrat, das Entwicklungspolitische Netzwerk Sachsen, Greenpeace Dresden oder das Leibnitz-Institut für ökologische Raumentwicklung. Diese Vielfalt an verschiedenen Menschen, die mit unterschiedlichen Perspektiven in den zwei Wochen zusammenkommen, ermöglicht euch ein vielseitiges Festival mit unzähligen neuen Eindrücken!

Mit seiner bunten Mischung aus Diskussionen, Workshops, Filmen und Mitmachangeboten bietet euch das Dear Future Festival eine wunderbare Möglichkeit, euch niederschwellig mit Nachhaltigkeitsfragen zu beschäftigen, neue Eindrücke zu gewinnen, eigene Ideen zu entwickeln und in den Austsausch zu gehen. Bis zum 26. September habt ihr hier noch Zeit, euch den Themen (De)Kolonialisierung, globale Ungleichheit, Ressourcen und Klimagerechtigkeit auf unterschiedliche Weise zu nähern. Schaut euch doch gern das diesjährige Programm des Dear Future an und nehmt an einer kostenlosen Veranstaltung teil!
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