House of Colors Dresden Raum

Kunst statt Leerstand: Wie ein Dresdner Wohnblock zum „House of Colors“ wurde

Kaum zu übersehen steht seit einer Weile ein Wohnblock in der Dresdner Johannstadt, der über und über mit bunten Graffiti-Bildern verziert ist. Etwa zweimal in der Woche bildet sich vor dem Eingang eine lange Schlange von Menschen, die die Räume von innen anschauen wollen. Dort drinnen erwarten die Besuchenden die einstigen, nun komplett leerstehenden Wohnungen, die extrem vielfältig und voller farbenfroher Straßenkunst gestaltet sind.

In den Wohngebäuden der Nicolaistraße 18 und 20 ist mit dem Projekt House of Colors Dresden ein einzigartiger Ort auf Zeit entstanden. Ein vor dem Abriss stehender Wohnblock der Wohnungsgenossenschaft Aufbau (WG Aufbau) wandelte sich in eine begehbare Galerie für Streetart, Urban Art und Hip-Hop-Kultur.

Urbane Subkultur in Dresden-Johannstadt: Wer steckt hinter dem Projekt?

Initiator dieses außergewöhnlichen Kulturprojekts ist das House of Urban Culture (HOUC), ein Dresdner Kulturträger, der sich der Förderung und Bündelung der Hip-Hop-Kultur verschrieben hat. Das Spektrum reicht von Graffiti und Breakdance bis hin zu Beatboxen und DJing.

Gemeinsam mit der WG Aufbau Dresden sowie mit Unterstützung durch das Kulturamt, das Stadtbezirksamt Altstadt und lokale Partner wurde das House of Colors ins Leben gerufen. Ziel war es, den leerstehenden Wohnraum vor dem finalen Rückbau noch einmal kreativ zu beleben.

Über einen Open Call folgten zahlreiche Akteure dem Aufruf: Nationale und internationale Streetart-Künstler, Lokale Dresden-Graffiti-Crews und Nachwuchstalente aus der Region.

Zusammen verwandelten sie insgesamt 20 ehemalige Wohnungen, Treppenhäuser und Flure in ein begehbares Gesamtkunstwerk.

Das Konzept: Begehbare Streetart-Galerie & Hip-Hop-Geschichte

Das Besondere am House of Colors Dresden ist der fließende Übergang vom Privaten zum Öffentlichen. Räume, in denen früher gekocht, geschlafen und gelebt wurde, dienten nun als Leinwand für radikale Transformationen.

Highlights des House of Colors:

  • Begehbare Kunsträume: Jedes Zimmer überrascht mit einem individuellen visuellen Konzept – von raumfüllender Typografie über detaillierte Murals bis hin zu immersiven Raum- und Lichtinstallationen.
  • Mitmach-Räume für Besucher: Gäste sind nicht nur Zuschauer. In eigens eingerichteten Kreativräumen stehen Spraydosen und Stifte bereit, damit sich Besucher selbst an den Wänden verewigen können.
  • Zeitreise durch die Dresdner Hip-Hop-Szene: Neben zeitgenössischer Urban Art beherbergen die Räumlichkeiten Ausstellungen und Zeitdokumente zur Entstehung und Geschichte der Hip-Hop-Kultur in Dresden und Sachsen.

Ein emotionaler Nebeneffekt: Auch viele ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner nutzten die Öffnungszeiten, um ihre früheren Wohnungen ein letztes Mal zu besuchen – transformiert in ein farbenfrohes Kunstwerk.

House of Colors Dresden Raum
Ein Zimmer im House of Colors

Zwischennutzung als kultureller Impulsgeber für Dresden

Das Projekt zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in der kulturellen Zwischennutzung von Leerstand steckt. Das House of Colors brachte Anwohner aus der Johannstadt, internationale Kunstinteressierte und Hip-Hop-Enthusiasten aller Generationen zusammen.

Durch den barrierefreien Zugang und den Eintritt auf Spendenbasis wurde Kultur für jeden zugänglich gemacht – ein wichtiger Beitrag zur Soziokultur im Stadtteil Dresden-Johannstadt.

Waschbecken mit Augen und Zähnen

Adresse:
Nicolaistraße 18–20,
01307 Dresden (Johannstadt, nahe Fetscherplatz)

Veranstalter:
House of Urban Culture (HOUC e.V.)
in Kooperation mit der WG Aufbau Dresden

Eintritt:
Frei (Spenden zur Unterstützung lokaler Jugend- und Kulturprojekte erbeten)

Öffnungszeiten November:
Samstag/ Sonntag, 31.10./ 01.11.: 10 – 15 Uhr
Samstag/ Sonntag, 07./ 08.11.: 10 – 15 Uhr
Samstag/ Sonntag, 14./ 15.11.: 10 – 15 Uhr
Mittwoch, den 18.11.: 10 – 15 Uhr
Samstag/ Sonntag, 21./ 22.11.: 10 – 15 Uhr
Samstag/ Sonntag, 28./ 29.11.: 10 – 15 Uhr
Kurzfristige Änderungen möglich!

Wie lange das House of Colors noch steht, können die Veranstaltenden nicht genau sagen. Möchtet ihr das Haus besuchen, solltet ihr rechtzeitig da sein und mit Wartezeiten rechnen.

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