shelf-1285186_1280

Unverpackt-Läden und nachhaltiges Einkaufen in Dresden

Jährlich fallen in Deutschland knapp 46 Millionen Tonnen Haushaltsabfälle an. Rund 6 Millionen Tonnen davon sind Kunststoffabfälle, wie Leichtverpackungen, kurzum Plastikmüll. (Quelle: www.bmu.de) In einer Zeit, die bereits eine Vielzahl an umweltfreundlichen Alternativen bereithält, setzt leider erst Stückchen für Stückchen ein nachhaltigeres Bewusstsein der Bevölkerung ein. Verpackungsmüll zu vermeiden ist gar nicht schwer, klein mit dem Verzicht auf Plastiktüten oder Einweg-Kaffeebechern angefangen bis hin zum Verzicht auf Einweggeschirr und generelle Plastikverpackungen. Regionale Geschäfte, die Lebensmittel, Kosmetikprodukte und sonstige Dinge des täglichen Bedarfs ganz ohne Verpackungsmüll anbieten sind in vielen Städten auf dem Vormarsch. Auch Dresden kann sich seit dem 27. April 2019 mittlerweile über drei solcher Ladengeschäfte freuen. Mit einem Einkauf ohne Verpackungsmüll schonen wir nicht nur die Umwelt, sondern gestalten uns ein Einkaufserlebnis, bei dem man sich hinterher freut etwas Gutes für die regionale Wirtschaft und unseren wunderschönen Planeten getan zu haben.

muesli-750365_640

Unverpackt – Wie funktioniert das?

Eigentlich ganz einfach: Ihr schnappt euch eure eigenen Schraubgläser, Flaschen, Metalldosen, Beutel oder sonstige Mehrweg-Behältnisse eurer Wahl und geht in den nächsten Unverpackt-Laden. Vor Ort werden die Behältnisse gewogen um das Leergewicht festzustellen. Nun könnt ihr eure Behälter nach Lust und Laune befüllen. Mit euren Lieblingsprodukten geht es dann ab zur Kasse und hier wird erneut gewogen. Das Leergewicht der Behältnisse wird nun vom Gesamtgewicht abgezogen, sodass ihr nur genau das bezahlt, was ihr eingepackt habt und was vor allem auch genau die Menge ist, die ihr benötigt. Ihr seid vollkommen unabhängig von industriellen Verpackungseinheiten, so bleiben keine Lebensmittel über, müssen zwanghaft verbraucht werden oder werden im schlimmsten Fall sogar schlecht.

fruits-1761031_640

Unverpackt einkaufen – Wo in Dresden geht das?

Binnes unverpackt für jedermann

Dornblüthstraße 7 / Ecke Eisenacher Straße, 01277 Dresden

Seit 2014 haben in Deutschland über 100 Unverpackt-Läden eröffnet. Im Januar 2019 öffnete Binnes unverpackt im schönen Striesen seine Türen für Kunden, die Wert auf frische, regionale, biologisch angebaute, fair produzierte und nachhaltige Produkte legen um der jährlichen Müllproduktion von circa 200 kg pro BürgerIn etwas entgegensetzen möchten.

Angeboten werden: Müsli, Pasta, Reis, Bulgur, Couscous, verschiedenen Getreide, Mehl, Trockenfrüchte, Nüsse und Kerne, verschiedene Bohnen und Linsen, Sojaflocken und -granulat, Kichererbsen, Gewürze, Fruchtgummis, Bruchschokolade, saisonales Obst und Gemüse, Öle, Essige, Tee- und Kaffeesorten, Spirituosen, unterschiedliche Haushaltsreiniger, Waschmittel, Körper- und Haarseifen sowie Seifenzubehör, Hygieneartikel, Bienenwachstücher, diverse Vorratsgläser und Frischhaltedosen aus Zuckerrohr, Frischlandeier, wechselnde Käsesorten, Butter, Marmeladen

Jede Woche Dienstag ist Obsttag und man erhält 10% Rabatt.

Mittwochs zum Frischetag gibt es ab 16.00 Uhr frische Landmilch und frisches Obst aus Spanien.

Von Dienstag bis Freitag sind frische Brote in Binnes unverpackt zum Kauf erhältlich.

 

Lose – verpackungslos verbrauchsorientiert verantwortungsvoll

Böhmische Straße 14, 01099 Dresden

Das Lose in der Dresdner Neustadt ist mit seinen nunmehr vier Jahren Pionier unter den Unverpackt-Lädchen in Dresden. Gänzlich auf Einwegverpackungen zu verzichten und Produkte genau in den Mengen zu kaufen, die man benötigt schont die Umwelt und den Geldbeutel. Im Lose kann man sowohl Behältnisse kaufen, als auch mieten. Das gesamte Konzept beruht auf Nachhaltigkeit, so besaßen alle benötigten technischen Geräte bereits einen Vorbesitzer und die Ladeneinrichtung wurde selbst gebaut. Sämtliche Waren werden aus regionalen und biologischen Quellen bezogen.

Neben dem breiten Produktportfolio, was auch frische Produkte wie Bio-Backwaren, Eier, Tofu, Seitan, Käse, Quark und Antipasti mit einschließt, lädt eine gemütliche Kaffeeecke zum Verweilen ein.

 

Quäntchen – verpackungsfrei einkaufen

Das Quäntchen Dresden ist das dritte und jüngste Mitglied der Unverpackt-Lädchen in der sächsischen Hauptstadt.

Im April 2019 eröffneten Sven und Kathrin mit Hilfe einer Crowd-Funding-Kampagne den ersten Laden im Stadtteil Pieschen. Beide leben selbst einen umweltbewussten Lebensstil und möchten mit ihrer Idee nun auch weitere BewohnerInnen des Stadtteils inspirieren unnötigen Müll zu vermeiden. Im Quäntchen wird alles außer Fisch und Fleisch angeboten und zu großen Teilen aus Dresden oder dem Umland. Für den Austausch mit Gleichgesinnten oder einfach den ein oder anderen privaten Plausch ist ein kleiner Cafébereich im Laden eingerichtet.

Auch im Quäntchen geht es nicht darum Plastik zu verdammen oder als Material zu verteufeln, im Vordergrund steht bei allen drei Läden die Nachhaltigkeit, der Konsum genau im richtigen Maß (oder Quäntchen) und der Aufruf auf Langlebigkeit und Wiederverwendbarkeit zu achten.

 

Weitere Alternativen für einen nachhaltigen und regionalen Einkauf:

  • Bio-Obst/Gemüse-Kisten im Abo vom Hof Mahlitzsch.
  • Marktschwärmerregional Einkaufen mit Online-Vorbestellung.
  • Wochenmärkte, über die ihr hier einen Bericht findet.

 

Übernehmt Verantwortung, verzichtet auf unnötigen Plastikmüll und helft dabei unseren Planeten in seiner ganzen Farben- und Tiervielfalt zu erhalten. Unsere Kinder, unsere Enkel und Urenkel freuen sich sicherlich nicht darüber, wenn in 30 Jahren mehr Plastik in den Ozeanen umherschwimmt als Meerestiere, gigantische Müllteppiche auch vor unseren Küsten liegen, jährlich weiterhin etwa 135.000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel ihr Leben verlieren oder die Belastung durch Mikroplastik in unserem Essen und Körper so hoch ist, dass die Möglichkeiten unserer Nahrungsaufnahme und unsere Körperfunktionen eingeschränkt werden.

laundry-4017609_640

10 Tipps, wie du ohne große Einschränkung deine Müllproduktion einschränken kannst

  1. Trage immer ein oder zwei Stoffbeutel bei dir und verzichte auf Plastiktragetaschen im Supermarkt.
  2. Verzichte auf die kleinen Plastikbeutel für Obst und Gemüse, sie sind nicht notwendig. Falls du deine Frischprodukte unbedingt vom restlichen Einkauf trennen willst, dann kaufe dir Netzbeutel und nimm sie zum Einkaufen mit.
  3. Ein wiederverwendbarer Kaffeebecher hält deinen morgendlichen Kaffee oder Tee nicht nur länger warm, in vielen Cafés sparst du mittlerweile sogar, wenn du deinen eigenen Becher mitbringst.
  4. Kaufe Fleisch, sofern du welches isst, in der Fleischerei deines Vertrauens. Nicht nur, dass es frisch vom Fleischer besser schmeckt, viele Fleischereien bieten regionale Produkte an und wenn du auf die Angebote achtest, ist es oft nicht einmal teurer als abgepacktes Fleisch aus dem Supermarkt.
  5. Achte bei deinen Kosmetikprodukten darauf, dass sie ohne Mikroplastik sind und greife lieber zum guten alten Stück Seife als zur plastikverpackten Duschlotion.
  6. Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung. Ob Flugticket, die Tickets für die Straßenbahn, wichtige Dokumente oder die monatliche Handyrechnung. Heutzutage ist es einfach sich all dies per Mail, als Datei auf dem Computer oder in einer Handyapp zu speichern. Das Ausdrucken verbraucht unnötig Papier, Druckerfarbe und Patronen die beim Neukauf in Plastik verpackt sind. Falls ihr doch ab und zu drucken müsst: Lasst eure Patronen in einer Nachfüllstation wieder auffüllen.
  7. Wir lieben Kaffee, besonders mit Milchschaum. Ziemlich einfach bekommt man ihn mittlerweile auch schon Zuhause zubereitet. Allerdings sollte man hier doch lieber auf eine Kaffeekapselmaschine verzichten. Die Automaten verursachen aufs Jahr gesehen eine ganze Menge Müll, der leicht zu vermeiden ist. Es gibt mittlerweile einige Anbieter, die ohne die Plastikkapseln auskommen oder ihr nutzt eine French Press, eine Bialetti oder traditionell einen Filter mit Kaffeepulver mit einem zusätzlichen Milchaufschäumer.
  8. Strohhälme? Nein danke!
  9. Ihr holt euch gelegentlich Essen zum Take-Away? Viele Restaurants oder Imbisse sind völlig okay damit, wenn ihr ihnen einen Behälter zum Hineinfüllen gebt. Besonders praktisch sind hier faltbare Silikon-Boxen, sie nehmen in der Tasche sehr wenig Platz weg. Besonders nachhaltig und langlebig sind Bügel-Metalldosen.
  10. Bienenwachstücher sind eine wunderbare Alternative zu Alu- und Frischhaltefolie. Sie sind kostengünstig, in verschiedenen Größen erhältlich und immer wieder verwendbar. Sollten sie mit der Zeit etwas steifer werden, einfach kurz wieder aufbügeln.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *