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Müllvermeidung – auch ein Thema in Dresden!

Kennt ihr den Anblick des Alaunparks nach einem Wochenende im Sommer? Das sind keine weißen Blümchen, die dort die Wiesen zieren – es ist schlicht und ergreifend Müll. Die Mülleimer sind vollgestopft, es passt nichts mehr rein, oftmals liegt Müll in einem Radius von etwa einem Meter in einer dicken Lage um die Eimer drumherum. Die großen, neuen Container, die dem Müllproblem im Alaunpark ein Ende bereiten sollten, scheinen nach wie vor nicht von allen wahrgenommen und genutzt zu werden. Ein ganz ähnliches Bild begegnet euch an den Elbwiesen. In Hauseingängen. Auf brachliegenden Flächen. Wir werden zugemüllt! Wir müllen uns zu!

Eine Aufgabe für jeden von uns für die nächsten Jahre ist es, eine neue Beziehung zu Müll aufzubauen. In Zeiten, wo Klimaschutz sehr groß geschrieben wird, ist es ein Muss für euch alle, euer Bewusstsein auf euren Umgang mit Müll zu richten beziehungsweise Lösungsstrategien für eine Vermeidung von Müll zu entwickeln.

Eine europaweite Initiative – „Let’s clean up Europe“ – hat sich diese Aufgabe zum Thema gemacht. Eine Aktion dieser Initiative ist im Übrigen auch die jährliche Elbwiesenreinigung, die weiter unten im Artikel noch Thema ist. Aktueller ist allerdings die unmittelbar bevorstehende EWAV – die europäische Woche der Abfallvermeidung.

Meterbreit gesammelter Müll neben einer Tonne.
Meterbreit gesammelter Müll neben einer Tonne.

Let’s clean up Europe

Die Initiative Let’s clean up Europe beschäftigt sich mit der Thematik des Wilden Mülles – versehentlich oder mutwillig fallengelassener Abfall! Das Problem ist ein deutschland-, europa-, ja sogar weltweites Problem. Müll in Flüssen und Meeren macht dieses Problem besonders deutlich.

Die Initiative möchte hinsichtlich der Thematik aktive Menschen, Kampagnen und Bündnisse vom Frühjahr bis zum Mai zusammenführen. Ziel ist es, ein Zeichen gegen den Wilden Müll zu setzen und möglichst viele Menschen auf die Thematik aufmerksam zu machen.

In ganz Europa waren Anfang 2019 über 546.000 Menschen für eine saubere Landschaft unterwegs. Allein in Deutschland haben sich 90.000 Menschen zusammengefunden, die etwa 535 Tonnen Abfall aufgesammelt haben. Eben unter anderem auch auf den Dresdner Elbwiesen.

Plastebecher zieren Wiesen ...
Plastebecher zieren Wiesen …

EWAV

Unter dem Motto „Wertschätzen statt Wegwerfen – miteinander und voneinander lernen“ findet vom 16. bis zum 24. November 2019 die diesjährige europäische Woche der Abfallvermeidung statt. Noch bis zum 3. November 2019 könnt ihr euch mit einer Aktion, die ihr in Dresden organisieren wollt, hier für die Woche anmelden. Habt ihr noch keine Idee? Aktionen der vergangenen Jahre findet ihr hier.

Das Motto „Bewusst konsumieren und richtig entsorgen“ des letzten Jahres der EWAV verfolgte die Frage, wie es gelingen könnte, Produktion und Konsum umweltgerechter zu gestalten, so dass umweltschädigende Abfälle nicht entstehen. Damit verfolgte die EWAV des letzten Jahres das Thema des nachhaltigen Konsums und der Entsorgung von Abfällen. In zahlreichen europäischen Ländern fanden Aktionen zum Thema statt. Davon 450 in Deutschland – politische Veranstaltungen, Workshops, Bildungsveranstaltungen und Ausstellungen. Vereine, Behörden, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Unternehmen und Privatpersonen waren die beteiligten Akteure.

Nachhaltiger, als sich darauf zu konzentrieren, in einer einzigen Woche Müll zu vermeiden, ist es, als Privatperson den eigenen Müll mal genauer unter die Lupe zu nehmen und damit auch das eigene Konsumverhalten!

... ebenso wie Tüten, Tabletten und andere Verpackungen
… ebenso wie Tüten, Tabletten und andere Verpackungen

Dresdner Elbwiesenreinigung

Die Elbwiesenreinigung in Dresden ist eine der Aktionen, die unter der Initiative Let’s clean up Europe und „Sauber ist schöner!“, stattfindet. Zur Aktion ruft seit 1996 jährlich das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft auf. Seit 2004 sind es über 1000 Dresdner*innen, die sich für eine saubere und schönere Stadt einsetzen, darunter Vereine, Firmen, Schulen und Familien.

Dieses Jahr, am 13. April 2019, waren es etwa 1500 Teilnehmer*innen, die 10,5 Tonnen Abfälle und Schwemmgut auf den Elbwiesen einsammelten. Darunter fanden sich auch so einige besondere Fundstücke: Portmonaies, ein Fahrrad und Grills. Besonderes Highlight in diesem Jahr war die Veranstaltungsecke am Treffpunkt Johannstadt, wo die Besucher*innen malen, basteln, spielen und sich informieren konnten. Auf eine lockere Art und Weise wurde den Teilnehmer*innen vermittelt, wie jeder helfen kann, Dresden sauber zu halten.

Im nächsten Frühling kannst auch du dabei sein. Achte auf die Menschen mit roten Mülltüten – denen musst du dich anschließen! Um den Termin nicht zu verpassen, schau immer mal wieder auf der Website der Stadt Dresden vorbei. Hier wird er veröffentlicht.

Müll über Müll
Müll über Müll

5 Tipps für euren Alltag – wie ihr euren Müll reduzieren könnt

  1. Gläser von Marmeladen und (gekauftem) Eigemachtem könnt ihr aufheben. Darin lassen sich wunderbar Gewürze lagern (so braucht ihr nur noch Nachfüllpackungen kaufen) oder eigenes eingekochtes Obst. Habt ihr erstmal angefangen, Dinge  selbst zu produzieren, dann könnt ihr auch gleich weitermachen, mit Duschbad, Shampoo, Wasch- und Putzmittel!
  2. Früher hoben die Menschen alles auf: Gummis, die um das Kräuterbund drumherum waren, Geschenkpapier, Schleifenbänder, Kerzenstummel. Sie wussten, irgendwann würden sie es brauchen oder waren sich bereits sicher, z.B. eigene Kerzen herstellen zu wollen. Zum einen macht das Selber-Machen Freude, zum anderen greift es in das Konsumverhalten und damit die Produktionsmechanismen ein. Wenn weniger produziert wird, entstehen weniger Abfallprodukte und es braucht weniger Verpackungsmaterialien – Müllfaktor Nummer 1! Überlegt genau, bevor ihr euch etwas neu kauft. Vielleicht kann man das alte doch nochmal reparieren?
  3. Informiert euch genau über die Entsorgung eures Hausmülls – was wird recycelt, was landet auf welcher Deponie, … . Das hilft dabei, sich bewusster über die Abläufe zu werden. Je mehr du weißt, umso schwerer wird es dir fallen, wegzusehen und wegzuschmeissen.
  4. Habt einen Stoffbeutel im Handgepäck. Oder auch zwei. Lehnt an der Supermarktkasse die Plastetüte ab. Das spart auch Geld :-) Nutzt Stofftaschentücher statt Papiertaschentücher! Die wirft man auch nicht mal eben so weg.
  5. Entscheidet euch im Supermarkt für das Obst und Gemüse ohne Plasteverpackung. Oder lasst die Verpackungen in den Sammel-Boxen, die vor den Kassen stehen. Wenn das viele Menschen tun, wird es sicher irgendwann weniger Verpackungen geben.
Volle Tonnen und Körbe überall ...
Volle Tonnen und Körbe überall …

Sicherlich gibt es einige unter unseren Lesern, die in den letzten Jahren schon bei der einen oder anderen Aktion von Lets clean up Europe oder spezieller, der Elbwiesenreinigung, dabei waren. Wie ist das für euch, so müllüberladene Flecken in der Natur zu sehen? Lasst ihr Dinge manchmal einfach fallen? Wir können uns das gar nicht vorstellen, das man so unachtsam sein kann. Wie geht ihr mit eurem Müll zuhause um, habt ihr bereits angefangen, Müll zu vermeiden? Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen, die ihr mit uns gern in den Kommentaren teilen könnt!

Und übrigens – es gibt ein Café in Dresden, welches einen Null-Müll-Versuch gestartet hat: Die „Wilde Flora“ im Japanischen Palais. Erst letzte Woche veröffentlichten wir einen Artikel zur „Wilden Flora“. Geht unbedingt vorbei und schaut euch ab, wie das so geht – ohne Müll!

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