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Hellerau: Von Gärten, Geschichte und Gemeinschaft

Hoch im Dresdner Norden liegt Hellerau, Deutschlands erste Gartenstadt. So lebt Dresden hat sich dort auf Entdeckungsreise begeben.  

Lage

Hellerau ist natürlich vor den Toren Dresdens – genauer gesagt im Norden der Landeshauptstadt, etwas südlich vom Flughafen – zu finden. Formal ist der Stadtteil dem Ortsamtsbereich Klotzsche zugeordnet. Die Straßenbahnlinie 8 bringt Dich innerhalb von rund 20 Minuten ins Stadtzentrum.

Geschichte: Die Anfänge der Gartenstadt Hellerau

Der Möbelfabrikant Karl Schmidt gründete im Jahr 1909 am nördlichen Rand Dresdens die Gartenstadt Hellerau. Die Vision Schmidts war es, eine Einheit von Wohnen und Arbeit sowie Kultur und Bildung und damit eine Alternative zum beengten Wohnen in der Großstadt zu schaffen. Neben dem Neubau seiner „Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst“ ließ er ein Kleinhausviertel mit 34 Typen von Reihenhäusern, jedes mit eigenem Garten, für die Arbeiter sowie ein Villenviertel mit 20 geräumigen Landhäusern errichten. Hinzu kamen Versorgungseinrichtungen mit Volksschule und einem Wasch- und Badehaus. Die großzügig angelegten Straßen und das viele Grün ließen das Viertel attraktiv werden.

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Das Festspielhaus Hellerau nahm als berühmte Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus zu Beginn des 20. Jahrhunderts seinen Anfang 

Zwei Jahre später, 1911, begann der Bau des heutigen Festspielhauses Hellerau, in dem der Tanzpädagoge Émile Jacques-Dalcroze seine berühmte Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus gründete. Der Erste Weltkrieg setzte der künstlerischen Aufbruchsstimmung in Hellerau jedoch ein jähes Ende.

Wohnen und Leben

Der Stadtteil hat sich seine Tradition als Gartenstadt bewahrt, das Motto „Wohnen und Arbeiten, Kultur und Natur“ hat bis heute Gültigkeit. Seit dem Jahr 2005 befindet sich die Gartenstadt im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz. Das Festspielhaus Hellerau beherbergt heute „Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden“. In den 30er Jahren als Militärlager und von den Sowjets als Kaserne und Lazarett benutzt, wird hier heute wieder Kunst präsentiert und munter mit ihr experimentiert.

Das Gebäudeensemble der Deutschen Werkstätten bietet heute einer Vielzahl an innovativen Unternehmen ideale Arbeitsbedingungen in historischer Umgebung. Die Deutschen Werkstätten Hellerau produzieren keine modernen Reformmöbel in Serie mehr, sondern hochwertige Einzelstücke. Hier wurden außerdem die Inneneinbauten des Sächsischen Landtages und der Neuen Synagoge hergestellt.

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In den Deutschen Werkstätten Hellerau entstehen heute hochwertige Einzelstücke 

Freizeit

Durch die modernen Arbeitsplätze im Stadtteil, dem Zuzug junger Familien und dem regen Spielbetrieb im Festspielhaus ist Hellerau neu belebt worden. Der Bürgerverein Hellerau e.V. mit derzeit rund 130 Mitgliedern hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Zusammenleben im Viertel zu fördern und die Idee der Gartenstadt weiterzuschreiben. Jahr für Jahr organisiert er ein Kinderfest am Gondelteich und eine Vielzahl an anderen Veranstaltungen. Im Naturraum Hellerau wurde im Winter und Frühjahr außerdem eine Streuobstwiese mit Apfel-, Kirschen-, Birnen- und Pfaumenbäumen gepflanzt.

Die Waldschänke Hellerau, einst Gründungsstätte der Gartenstadt und Herberge berühmter Künstler wie Kafka, dient seit dem Jahr 2013 als Bürgerzentrum und wurde als Stätte für Kunst und Begegnung wiederbelebt.

So finden in Hellerau Geschichte und Gemeinschaft, Kunst und Natur zusammen. Ein ganz besonderer Stadtteil, wie er in Dresden und vielleicht in ganz Deutschland nur einmal zu finden ist.

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