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Brauereien in Dresden – Wo kommt unser Bier her?

Die Deutschen lieben es. Zu jedem Anlass wird es in Massen gekauft und gemeinsam mit Freunden genossen. Das Bier! Doch wisst ihr auch wo es herkommt? Aus dem Supermarkt? Das ist natürlich nur zum Teil richtig. Wir verraten dir heute was es in Dresden für Brauereien gibt und wo ihr das lokale Bier erwerben könnt. 

Feldschlösschen AG

Der Name Feldschlösschen ist sicher jedem ein Begriff. Vom würzigen Pils, über Europas bestes Bockbier bis hin zum erfrischend-spritzigen Radler findet hier jeder etwas für seinen Geschmack.

Feldschlösschen ist die einzig verbliebene Großbrauerei Sachsens. Sie wurde 1838 gegründet und braute bis kurz nach der Wende ihr Bier noch in der Dresdner Südvorstadt auf der Budapester Straße. Heute befindet sich an dieser Adresse das Feldschlösschen Stammhaus, wo ihr das leckere Bier erwerben könnt.
Anfang der 1980er Jahre wurde die Brauerei in Dresden Coschütz neu errichtet und produziert bis heute ihr bekanntes „Pichmännel“-Bier an diesem Standort. Übrigens: Das Pichmännel-Logo ist erst seit 2006 wieder auf den Etiketten des Bieres zu finden, und der Grund dafür, dass die Dresdner das Bier auch liebevoll „Männelbier“ nennen.

Woher der Name Pichmännel kommt? – Eine Legende besagt, dass der Name von den Arbeitern stammt, die vor langer Zeit die hölzernen Bierfässer mit Pech versiegelten. Diesen Prozess nannte man „Pichen“. Daraufhin, als Belohnungfür die schwere Arbeit, wurde richtig „gepichelt“. Das Pichmännel sympolisiert also die Original Dresdner Braukunst und lädt zum geselligen Biergenuss ein.

Die Feldschlösschen-Brauerei
Die Feldschlösschen-Brauerei

Die Feldschlösschen AG bietet zusätzlich auch Führungen mit anschließender Verkostung in ihrer Brauerei an.

Brauhaus am Waldschlösschen

Um 1790 wurde von Graf Marcolini auf einer Anhöhe ein kleines Jagdhaus errichtet, welches liebevoll auf den Namen Waldschlösschen getauft wurde. Nachdem es einige Jahre später als Schankwirtschaft betrieben wurde, entwickelte sich das Gebäude bis zur Eröffnung 1838 zu einer Großbrauerei mit einem Ausschank von 600 Liter Bier. Bis heute fanden zahlreiche Erneuerungen statt und es entstanden weitere Neubauten. 2005 wurden das Restaurant und die Erlebnisbrauerei komplett renoviert, so dass nun viele, genussvolle Veranstaltungen stattfinden können.

Das Brauhaus am Waldschlösschen ist eine Adresse für den gehobenen Biergenuss. Deutschlands älteste Aktienbrauerei bietet auch heute noch selbstgebraute Biersorten zu den köstlichen Speisen im Restaurant an. Gebraut und angeboten werden hier die Sorten Waldschlösschen Original, Waldschlösschen Dunkel, Waldschlösschen Zwickel, Waldschlösschen Hefeweizen sowie Saisonale Biere wie Maibock, Sommerbier, Festbier zum Oktoberfest und Weihnachtsbier. Zusätzlich gibt es auch noch einige kleine (oder größere) Biervariationen zum mitnehmen und verschenken.

Das Brauhaus am Waldschlösschen.
Das Brauhaus am Waldschlösschen.

Wer sich das ganze einmal genauer anschauen möchte und an der Geschichte und dem Herstellungsprozess des Bieres interessiert ist, der kann an einer der angebotenen Gruppenführungen teilnehmen.

Brauhaus Watzke

Das Brauhaus Watzke wurde 1996 im Dresdner Stadtteil Mickten eröffnet und verfügt somit über eine der modernsten Hausbrauanlagen Europas. Das Bier des Watzkes zeichnet sich durch eine natürliche Trübung aus, da es ungefiltert hergestellt wird. Das hat den Vorteil, dass alle wichtigen Inhaltsstoffe, wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, auch nach dem Brauvorgang noch im Bier enthalten sind.

Neben dem bekannten und allseits beliebtem Brauhaus Pils hat die Dresdner Brauerei über die Jahre hinweg auch andere Sorten kreiert und überrascht immer wieder mit neuen Geschmacksrichtungen. In Watzkes Bierkalender könnt ihr schauen welches Bier in welchem Monat neu hinzukommt und die Leute verzaubert.

Ganzjährig angebotene Biere sind das Pils und das Altpieschener Spezial. Das Bier könnt ihr zum einen direkt im Ball- und Brauhaus Watzke in Mickten genießen, oder in einem der anderen Stadnorte in Dresden. Diese befinden sich direkt am Goldenen Reiter und in der Altstadt direkt am Eingang zur Altmarktgalerie (HS Prager Straße).

Hier wird Bier hergestellt.
Hier wird Bier hergestellt.

Funfact: Im Ball- und Brauhaus Watzke in Mickten nisten seit mehreren Jahren Turmfalken im Kuppelfenster des Ballhauses. Über die Turmfalken-Cam könnt ihr die Tiere immer Live beobachten.

Am Brauhaus wohnen Turmfalken
Am Brauhaus wohnen Turmfalken

Christian Schwingenheuer

Die Bierbrauerei Schwingenheuer ist die erste Biobierbrauerei in Sachsen. Und das in unserer Dresdner-Neustadt. Seit 2013 produzieren die Hersteller ihr wichtigstes Bier, das Neustadt Hell, mit besonderem Augenmerk auf die Umwelt. Alles ist Bio! Neben dem Bio-Neustadt Hell gibt es im Sortiment noch das Bio Drachenwiese,  Elbhang Rot, Lenins Hanf, Hecht Alt, Bio-Mittagsbier, Zitschewig Death (IPA) und den Wilden Mann. So gut wie die Namen klingen, schmeckt auch das regional erzeugte Bier.
Zu erhalten sind die besonderen Biersorten nur Dienstags und Donnerstags ab 15 Uhr in der Brauerei Schwingenheuer und in vielen Kneipen, sowie Bio Läden Dresdens.
Zusätzlich stellt die Brauerei jetzt auch noch einige spritzig-fruchtige Fassbrausen her.

Das Brauhaus Schwingenheuer bietet auch ein Brauseminar, für einen Preis von 119€ pro Person, an. Dabei lernt ihr Schritt für Schritt die Bierherstellung, von der Schrotung des Korns bis hin zur abschließenden Würzekochung. Dieses Seminar wird häufig auch vom Inhaber der Neustädter Hausbrauerei, Christian Schwingenheuer, selber durchgeführt.

Bier in sämtlichen Geschmacksrichtungen.
Bier in sämtlichen Geschmacksrichtungen.

Mittlerweile sucht die Bio-Brauererei sogar nach einer großen Halle um sich zu vergrößern. Mehr Platz – mehr Bier! Wer also jemanden kennt, der jemanden kennt, der kann sich gern bei Schwingenheuer melden. Als Belohnung gibt es 100 Liter eiskaltes Fassbier spendiert!

Vier Vogel Pils

Die Idee des Vier-Vogel-Pils Craft-Beers entstand in Kolumbien von vier durstigen Studenten aus Dresden. Dort wurde erstmals nach freiem Rezept das Pils gebraut. Ein Exildeutscher stellte den Jungs seine eigene kleine Brauerei für den Versuch zur Verfügung, mit der Bedingung ein gutes Bier zu schaffen. Das ist gelungen! Dafür bezeichnete er die vier Studenten als „Vögel“, da er selber völlig erstaunt über das schmackhafte Getränk war. So war nun auch der Name geschaffen. Vier-Vogel-Pils.
Als später der Uni-Alltag in Dresden wieder einkehrte sollte das Bier nicht in Vergessenheit geraten, und so kamen sie zu der Idee das Bier weiterhin zu brauen-in der umfunktionierten Waschmaschine des WG-Badezimmers. Da das nicht die Endlösung sein konnte konstruierten sie ihre eigene 100 Liter Brauerei in der Dresdner Neustadt. Schon kurze Zeit später waren aber auch 100 Liter nicht genug für die durstigen Münder, und das Brauhaus Hartmannsdorf wurde der Partner zur Herstellung von dem leckeren Bier.
Heute ist in der Neustadt „nur noch“ das Horst zu finden. Das Nest der vier Vögel. Die Vier-Vogel-Bar, in der ihr es euch mit dem selbst gebrautem Bier gut gehen lassen könnt. International haben sie mittlerweile noch unzählige weitere Standorte, an denen die Studenten ihr leckeres Bier an den Markt bringen.

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Gemeinsam ein Bierchen zischen.

Da hat Dresden doch mehr an regionalem Bier zu bieten, als der ein oder andere von euch gedacht hätte, oder? Schreibt uns doch gern einmal in die Kommentare ob ihr schon einmal selbst den Versuch gestartet habt, eigenes Bier zu brauen und wie der Versuch ausging. 

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